24.06.2011, 15:58 Uhr | dapd
Neuss (dapd-nrw). Die Folgekosten der EHEC-Krise gehen für die betroffenen Landwirte in Nordrhein-Westfalen in die Millionen. Nach einer am Freitag vorgestellten Bilanz der Landesregierung entstand den Gemüsebauern bislang ein Schaden von 12 Millionen Euro. Die NRW-Landwirte tragen damit rund drei Viertel des bundesweiten Gesamtschadens von bisher 16,7 Millionen Euro.
Mehr als 2.600 Tonnen Tomaten und Gurken mussten allein in NRW wegen der eingebrochenen Verbrauchernachfrage entsorgt werden. Zudem wurden 39 Tonnen Salat auf über 560 Hektar Fläche noch auf dem Feld vernichtet, wie Landwirtschaftsminister Johannes Remmel (Grüne) in Neuss sagte. Hinzu kämen 60 Tonnen Zucchini und 9 Tonnen Paprika. Remmel machte sich auf einem betroffenen Hof ein Bild von der Lage.
Die EU hat inzwischen 210 Millionen Euro bereitgestellt, um allen EU-weit betroffenen Landwirten die in der Zeit vom 26. Mai bis 30. Juni entstandenen Schäden etwa zur Hälfte zu ersetzen. "Gerade die Betriebe, die nichts dafür können, sind von der EHEC-Krise sehr getroffen worden", merkte Remmel an. NRW-weit erlitten bis zu 400 Gemüsehöfe Einbußen durch die Krise.
Sollte die EU-Summe je nach Gesamtzahl der Anträge nicht für eine hälftige Erstattung ausreichen, wird für jeden Landwirt unter dem Strich weniger herauskommen. Die EU-Hilfen seien ein "wichtiger Schritt, um Existenzen zu retten", sagte der Minister. Die Landwirte müssen ihre Anträge auf Entschädigung bis zum 11. Juli bei der Landwirtschaftskammer einreichen. Die anteilige Summe soll bis spätestens 15. Oktober ausgezahlt werden.
Unterdessen hat sich nach Feststellung des Ministeriums der Verkauf von Gemüse wieder normalisiert. Nachdem die Empfehlung zum Verzicht auf den Verzehr von Tomaten, Gurken und Blattsalat aufgehoben wurde, griffen die Verbraucher wieder zu.
Für Sprossen könne dagegen weiterhin keine Entwarnung gegeben werden, betonte Remmel. Bislang sei noch nicht geklärt, wie der EHEC-Erreger auf die verdächtigen Sprossen gekommen sei. Von den bislang in NRW genommenen 1.200 Proben seien allein die Sprossen aus Bienenbüttel in Niedersachsen befallen gewesen. Dagegen seien bei in NRW angebautem Gemüse bis heute keine EHEC-Erreger gefunden worden.
dapd
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