01.06.2011, 11:36 Uhr | dapd
Potsdam (dapd-lbg). Brandenburgs Gartenbaubetriebe sind verärgert über pauschale Warnungen der Politik vor dem Verzehr von Gemüse. "Verantwortungsbewusste heimische Familienbetriebe werden in ihrer Existenz gefährdet", sagte der Präsident des Landesverbandes Gartenbau, Jörg Kirstein, am Mittwoch in Potsdam. Er forderte die Politik auf, undifferenzierte Warnungen zu unterlassen. Dies sei "lebensnotwendig für die gesamte Branche".
Die Warnungen etwa von Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) würden "ausschließlich auf Vermutungen" basieren. Die Zahl der an dem EHEC-Erreger Erkrankten steige weiter an, was aufgrund der Kaufzurückhaltung in Norddeutschland nicht zu erwarten gewesen sei. Es liege daher die Vermutung nahe, dass die Ursache nicht die genannten Gemüsearten seien.
Brandenburger Tomaten und Gurken stammten aus dem Gewächshaus, sagte Kirstein weiter. Dort werde der Hygiene höchste Priorität eingeräumt, um Pflanzenschädlinge abzuwehren und den lebensmittelrechtlichen Vorschriften gerecht zu werden. Der Landesverband Gartenbau werde die bevorstehende Brandenburger Landwirtschaftsausstellung (Brala) nutzen, um den Produktionsweg für Gemüse aus Brandenburg zu erläutern.
In Brandenburg sind fünf Menschen an den EHEC-Darmerregern erkrankt, die laut Gesundheitsministerium vorher alle in Norddeutschland waren oder Kontakt zu Personen aus Norddeutschland hatten. Darüber hinaus gibt es neun EHEC-Verdachtsfälle im Land.
dapd
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