15.09.2011, 11:36 Uhr | dapd
Eichenprozessionsspinner haben die Erkrankung von rund 180 Schülern eines Frankfurter Gymnasiums an einem juckenden Ausschlag verursacht. Zwei Nester seien auf dem Schulgelände gefunden worden, sagte Schulleiter Volker Dorsch am Mittwoch der Nachrichtenagentur dapd. Die Nester sollten am späten Nachmittag mithilfe eines Kranwagens geräumt werden. Der Schulbetrieb wird demnach am (morgigen) Donnerstag wieder aufgenommen.
Der kommissarische Leiter der Abteilung Infektiologie beim Frankfurter Gesundheitsamt, Oskar Bellinger, erläuterte auf Anfrage, dass die klinischen Befunde zum Eichenprozessionsspinner passten. So habe sich der Ausschlag vor allem an den Armen und am Hals gebildet. Es werde davon ausgegangen, dass ein altes Nest wegen des starken Windes am Wochenende aus dem Baum gefallen sei, und die Schüler damit in Kontakt kamen.
Für Menschen sind die Raupen des Eichenprozessionsspinners gefährlich. Sie bilden sogenannte Brennhaare, die das Nesselgift Thaumetopoein enthalten und eine Überempfindlichkeit des Immunsystems auslösen können. Bei Hautkontakt besteht die Gefahr von allergischen Reaktionen wie Juckreiz und Hautentzündungen.
Größere Gefahr ähnlicher Erkrankungen wie in der betroffenen Schule besteht laut Bellinger nicht. Vor ein paar Jahren habe es Probleme mit einer großen Zahl von Eichenprozessionsspinnern gegeben. Das sei dieses Jahr aber nicht der Fall. Zudem sei die gefährliche Zeit eigentlich vorbei.
Das Gymnasium mit rund 1.000 Schülern war am Dienstag wegen der Erkrankungen geräumt worden und blieb am Mittwoch geschlossen. Das Gesundheitsamt setzte seine Untersuchungen in dem Gebäude fort. Es wurde zudem gereinigt. Bellinger sagte, dass mit den Nestern auch die Ursache für die Erkrankungen beseitigt sei. Die Untersuchungen seiner Behörde seien damit abgeschlossen.
Den erkrankten Schülern geht es den Angaben zufolge besser. Vier von ihnen seien kurzfristig im Krankenhaus untersucht, aber noch am Abend wieder nach Hause entlassen worden, sagte Bellinger. Auch Dorsch sagte, dass es den an juckenden Pusteln erkrankten Schüler nach Angaben von Eltern und Ärzten bereits wieder besser gehe. Sie kämen in den kommenden Tagen wieder in den Unterricht.
dapd
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