14.02.2012, 14:18 Uhr | dapd
Knapp drei Monate vor dem 1000. Bamberger Domjubiläum hat Erzbischof Ludwig Schick eine wertvolle Nachbildung der Heinrichskrone entgegengenommen. "Es ist ein Tag der Freude und des Danks", sagte Schick am Dienstag. Mit der neuen Heinrichskrone könne das Erzbistum Bamberg seinen Gründer, den heiligen Heinrich, ehren.
Mit der Nachbildung werde keine Geschichtsglättung vorgenommen, betonte der Erzbischof. "Geschichtliche Ereignisse bleiben Fakten." Schick erinnerte an die Säkularisation Anfang des 19. Jahrhunderts, in deren Folge das Original der Heinrichskrone nach München gekommen war.
Versuche, die Krone zum Domjubiläum wieder nach Bamberg zu holen, waren mehrfach gescheitert. Mit finanzieller Unterstützung der Oberfrankenstiftung wurde deshalb der Kunstschmied Friedemann Haertl beauftragt, eine Nachbildung zu erstellen. Die Replik bestehe aus 1280 Einzelteilen, 1400 Lötstellen und wiege 1,8 Kilogramm, sagte der Künstler. Der Wert wird von Experten auf 176.000 Euro geschätzt.
Die Heinrichskrone sorgte in der Vergangenheit immer wieder für Spekulationen unter Historikern. Als sicher gilt, dass im Mittelalter eine Krone im Bamberger Dom aufbewahrt wurde. Ob es sich tatsächlich um die Krone handelte, die Kaiser Heinrich zu Lebzeiten trug, ist dagegen nicht klar. Die Krone wurde später als Lösegeld für den Bamberger Bischof verpfändet. Danach verschwand sie für immer. Die in München stehende Heinrichskrone wurde vom Domkapitel im 13. Jahrhundert angefertigt und soll vermutlich das Reliquiar gekrönt haben, in dem die Gebeine des heiligen Heinrich aufbewahrt wurden.
Für die Replik des Künstlers Friedemann Haertl wurde die Krone in München mittels modernster 3D-Techik vermessen. 2500 Arbeitsstunden stecken laut Haertl in der aus 925er Silber bestehenden und galvanisch vergoldeten Nachbildung. Die Oberfrankenstiftung werde diese Kopie dem Diözesanmuseum Bamberg als Dauerleihgabe zur Verfügung stellen, kündigte Oberfrankens Regierungspräsident Wilhelm Wenning an. Sie dürfe auch nach Nürnberg oder Regensburg ausgeliehen werden. "Aber bitte nicht nach München, da besteht die Gefahr, dass sie nicht mehr zurück kommt", stichelte Wenning.
Vorab kann die neue Heinrichskrone von Mittwoch bis Freitag im Diözesanmuseum Bamberg besichtigt werden.
dapd
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