06.11.2010, 06:45 Uhr | DAPD
Frankfurt/Main (dapd). Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, fordert die Bundesregierung zu mehr Einsatz für den Schutz von Christen in islamischen Staaten auf. "Es ist eine bestürzende Tatsache, dass das Christentum heute die weltweit am meisten verfolgte Religion ist", sagte Schneider der "Frankfurter Rundschau" (Samstagausgabe) laut Vorabbericht. Christen hätten in vielen Ländern des Nahen und Mittleren Ostens keine Lebensgrundlage mehr, würden vertrieben oder müssten vor drohender Verfolgung fliehen. Regierungen westlicher Staaten sollten die Verletzung religiöser Freiheiten oder gar religiös motivierte Verfolgung in den betroffenen Staaten deutlich ansprechen.
Ebenso stellte sich Schneider hinter die Worte des Bundespräsidenten Christian Wulff, dass der Islam zu Deutschland gehöre. "Wenn vier Millionen Muslime bei uns leben, ist mit ihnen auch der Islam hier angekommen", sagte Schneider. Wulffs Satz sei daher eine Selbstverständlichkeit. "Wir können die Diskriminierung von Christen in islamischen Ländern doch nicht mit der Diskriminierung von Muslimen bei uns beantworten. Das wäre gegen all unsere Vorstellungen von der Religionsfreiheit und den Menschenrechten", betonte der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland.
Schneider stellt sich am Sonntag auf der EKD-Synode als Ratsvorsitzender zur Wahl. Seit dem Rücktritt von Margot Käßmann führt er das Amt kommissarisch.
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