17.06.2011, 13:31 Uhr | dapd
Karlsruhe (dapd-bwb). Die Kernkraftwerke Neckarwestheim I und Philippsburg I werden nach dem Ende des dreimonatigen Atommoratoriums nicht wieder angefahren. Der Energiekonzern EnBW als Betreiber der beiden Meiler teilte am Freitag in Karlsruhe mit, dass die Kraftwerke zwischen dem Ablauf des dreimonatigen Moratoriums und der geplanten Änderung des Atomgesetzes nicht wieder ans Netz genommen werden. Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) begrüßte die Entscheidung.
Ausschlaggebend für die Entscheidung des Vorstands unter Einbindung des Aufsichtsrates sei letztlich die Abwägung zwischen kurzfristigen wirtschaftlichen Nachteilen und dem langfristigen Erhalt von Kundenbeziehungen und der Akzeptanz in der Gesellschaft und bei politischen Entscheidungsträgern gewesen, hieß es.
Umweltminister Untersteller (Grüne) bezeichnete die Entscheidung der EnBW als "klug und richtig". Dadurch, dass Neckarwestheim I und Philippsburg I abgeschaltet blieben, werde "Baden-Württemberg ein Stück sicherer". Der Bericht der Reaktorsicherheitskommission habe gezeigt, dass beide Kernkraftwerke nur unzureichend gegen Flugzeugabstürze geschützt seien. Zudem sei Neckarwestheim I schlechter als die weiter in Baden-Württemberg betriebenen Kernkraftwerke - Neckarwestheim II und Philippsburg II - gegen einen kompletten Stromausfall gewappnet.
Untersteller wies darauf hin, dass es nun wichtig sei, die hochradioaktiven Brennelemente aus den Anlagen dauerhaft zu entfernen. Diese müssten vor einem Abtransport jedoch erst einmal rund fünf Jahre abklingen. "Die Sicherheit der Bevölkerung wird für uns auch in der Nachbetriebsphase oberste Priorität haben", betonte der Umweltminister.
dapd
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