06.05.2011, 11:34 Uhr | dapd
Karlsruhe (dapd-bwb). Der Karlsruher Energiekonzern EnBW hat im ersten Quartal wegen der Abschaltung zweier Kernkraftwerke weniger verdient als vor einem Jahr. Zwar legten Umsatz und Stromabsatz zu, das operative Ergebnis vor Ertragsteuern, Finanzergebnis und Beteiligungsergebnis ging dagegen um 15 Prozent auf 744,4 Millionen Euro zurück. Der Konzernüberschuss fiel sogar um 52,6 Prozent auf 386,9 Millionen Euro, wie EnBW am Freitag mitteilte.
"Im operativen Geschäft machte sich die Abschaltung der zwei Kernkraftwerke im Ergebnis des ersten Quartals 2011 bereits bemerkbar", sagte der EnBW-Vorstandsvorsitzende Hans-Peter Villis. Dabei habe auch die Wiederbeschaffung der bereits am Terminmarkt veräußerten Strommengen aus den betroffenen Kernkraftwerken zu Belastungen geführt.
Im Gesamtjahr erwartet EnBW aus dem dreimonatigen Atommoratorium der Bundesregierung noch stärkere Belastungen. Das bereinigte Vorsteuerergebnis werde um 15 bis 25 Prozent zurückgehen, sagte Villis.
Nach dem Unfall im japanischen Kernkraftwerk Fukushima musste die EnBW ihre Atommeiler Neckarwestheim I und Philippsburg I herunterfahren. Weil der Reaktor in Neckarwestheim wegen zu teurer technischer Nachrüstungen nicht wieder ans Netz geht, musste EnBW nach eigenen Angaben 140 Millionen Euro für die Stilllegung zurückstellen.
Ende des vergangenen Jahres hatte das Land Baden-Württemberg die zuvor beim französischen Energiekonzern EDF liegenden EnBW-Anteile in Höhe von 45 Prozent übernommen. Der Konzern lag bislang mit einem Anteil von 51 Prozent Stromerzeugung aus Kernenergie an der Spitze der großen Energieversorger. Unter der designierten grün-roten Landesregierung soll er neu ausgerichtet werden.
dapd
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