11.11.2011, 12:35 Uhr | dapd
Der Leidensdruck der EnBW durch den beschlossenen Atomausstieg nimmt weiter zu. Trotz steigender Umsätze wies der drittgrößte deutsche Energieversorger in den ersten neun Monaten 2011 einen Fehlbetrag von 551,9 Millionen Euro aus, nach einem Gewinn von 1,25 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Der Umsatz stieg um 6,3 Prozent auf 13,76 Milliarden Euro. Der Stromabsatz legte um 6,4 Prozent zu, der Gasabsatz um mehr als 13 Prozent.
Gründe für die Verluste sind unter anderem die Stilllegung zweier Atomkraftwerke sowie die neu eingeführte Kernbrennstoffsteuer. Damit reihen sich die Karlsruher in die Reihe der anderen großen Energiekonzerne wie RWE und E.ON ein, die in dieser Woche Gewinneinbrüche vermelden mussten. Bereits in ihren Halbjahresberichten im Sommer mussten die Energieversorger Verluste ausweisen.
Neben dem Atomausstieg schlugen bei der EnBW allerdings auch weitere Faktoren negativ zu Buche. Der Vorstandsvorsitzende Hans-Peter Villis sagte, im dritten Quartal hätten die Turbulenzen an den Finanzmärkten weitere Abschreibungen auf Beteiligungen und Wertpapiere notwendig gemacht. Bei der EWE musste der Konzern Wertberichtigungen in Höhe von fast 300 Millionen Euro vornehmen, bei der EVN waren es 245 Millionen Euro.
Von der EWE droht zudem weiterer Ärger. Das norddeutsche Energieunternehmen drängt die EnBW zum Kauf eines 1,5 Milliarden Euro teuren Aktienpakets des Gasunternehmens VNG. Die EnBW hält 26 Prozent an den Oldenburgern und hat sich nach Darstellung der EWE auch zum Kauf von 48 Prozent an ihrer Beteiligung VNG verpflichtet. Die EnBW spricht lediglich von einer Option.
Die Belastungen wirken sich auch auf die Verschuldung bei EnBW aus. Die bereinigten Nettoverbindlichkeiten stiegen um zehn Prozent auf nun fast neun Milliarden Euro. Zur Belastung wird das vor allem deshalb, weil der Umbau zu den erneuerbaren Energien erhebliche Summen erfordert. Die EnBW hat mit einem Anteil von 51 Prozent am Energiemix unter den großen Energieversorgern am stärksten auf den Atomstrom gesetzt.
So gingen für den Berichtszeitraum die Investitionen deutlich zurück. Von Januar bis Ende September investierte der Konzern 926,0 Millionen Euro, nach 1,63 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Etwa 17 Prozent wurden in erneuerbare Energien investiert, 42 Prozent gingen in Wachstumsprojekte.
Der Konzern reagiert, wie bereits im Sommer angekündigt, mit einem Sparprogramm und dem Verkauf von Beteiligungen. Zudem müht sich die EnBW, ihre Bonität zu halten, um an den Finanzmärkten möglichst günstig an frisches Kapital zu kommen. Die Begebung einer Anleihe über 750 Millionen Euro im Oktober wertete Villis als ersten Erfolg.
Er kündigte an, die EnBW wolle ihre Position als CO2-armer Energieerzeuger sichern. "Einen Schwerpunkt bilden daher der weitere Ausbau und die Nutzung erneuerbarer Energien sowie dezentrale Erzeugungseinheiten und Energielösungen."
Die Zahl der Mitarbeiter liegt derzeit mit knapp 21.200 knapp über der des Vorjahres.
dapd
Doc Stuttgart schrieb:
am 11. November 2011 um 13:21:16
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So viel habt Ihr Superbonzen...
von ENBW &Co. also früher verdient, dank jahrzehntelanger fetter CDU-FDP-Atomsubventionen. Die Zeiten sind
vorbei: Gottseidank ist Grün groß im Kommen. Für eine gesündere Regenerative Energiepolitik - Mitbürger Engagiert Euch mit! Vorbeugen ist besser als krank werden/bleiben.
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