23.05.2011, 13:39 Uhr | dapd
Bremen (dapd-nrd). Nach der erneuten Auseinandersetzung zwischen verfeindeten Rockerclubs in Bremen werden Rufe nach einem härteren Vorgehen und einem Verbot des Rockerclubs Mongols laut. Etwa 20 mit Schlagwerkzeugen bewaffnete Mongols-Mitglieder hatten am Freitagabend nach ersten Erkenntnissen der Polizei 49 Mitglieder der Hells Angels und der Red Devils angegriffen, die sich in einer Gaststätte aufhielten. Dabei wurden zwei Red-Devils-Mitglieder verletzt, wie die Polizei am Samstag mitteilte.
Beide Männer wurden in eine Klinik gebracht. Die Angreifer flüchteten vor dem Eintreffen der Polizei, drei Tatverdächtige konnten kurze Zeit später festgenommen werden. Die Polizei konnte ihnen eine Tatbeteiligung allerdings nicht nachweisen.
Mongols starteten überfallartigen Angriff
In einer Seitenstraße fand die Polizei mehrere Holzlatten, die offensichtlich von den Angreifern weggeworfen worden waren. Nach Polizeiangaben waren die Mongols-Mitglieder mit hochwertigen Autos angereist und hatten dann überfallartig den Angriff gestartet.
Die Schlägerei ist bereits die zweite innerhalb einer Woche zwischen den verfeindeten Rockerclubs. Erst am vergangenen Samstag hatte die Polizei in Bremen nach Auseinandersetzungen zwischen Mitgliedern der beiden Rockerclubs 61 Männer in Gewahrsam genommen. Bei dem Einsatz waren ein Beamter und drei Mitglieder der Mongols verletzt worden. Als Konsequenz weitete die Innenbehörde anschließend unter anderem die Waffenverbotszone in der Innenstadt aus.
CDU fordert Telefonüberwachung
Der CDU geht das bislang nicht weit genug. Der CDU-Innenexperte Wilhelm Hinners brachte eine "unverzügliche Verankerung der Telefonüberwachung und Onlinedurchsuchung im Landespolizeigesetz" ins Gespräch. "Der erneute Zwischenfall macht deutlich, dass eine Ausweitung der Waffenverbotszone bei weitem nicht ausreicht. Die Polizisten müssen einen Schritt schneller sein als die Mitglieder der kriminellen Clans", sagte der CDU-Bürgerschaftskandidat am Samstag.
Hinners ist überzeugt, dass die jüngsten Massenschlägereien nur der Anfang waren. Zwischen den Hells Angels und den Mongols sei ein erbitterter Revierkampf ausgebrochen: "Weder die eine noch die andere Seite wird Ruhe geben. Ich rechne mit weiteren Racheakten und einer Eskalation."
Auch die Polizei machte klar, dass von den Mongols eine "Unberechenbarkeit" ausgehe. In dem Rockerclub werde jetzt vor allem mit Blick auf die führenden Köpfe und ein Vereinsverbot ermittelt, sagte ein Polizeisprecher.
dapd
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