06.05.2011, 13:17 Uhr | dapd
Hannover (dapd-nrd). In Niedersachsen hat die heiße Phase der lange vorbereiteten Volkszählung begonnen. "Die erste Staffel von 2,3 Millionen Fragebögen an Haus- und Wohnungseigentümer ist in der Post", sagte am Freitag in Hannover Eckart Methner, der beim Landesbetrieb für Statistik den Zensus leitet. Über 10.000 Erhebungsbeauftragte stünden landesweit für Interviews bereit und hätten bereits Termine vereinbart. Die bundesweite Volkszählung soll den genauen Stand der deutschen Bevölkerung am 9. Mai um 24.00 Uhr ermitteln.
Laut Statistik-Vorstand Methner werden die Bevölkerungszahlen gleich auf drei Wegen erhoben. Nach und nach über zehn Arbeitstage hin versende man die 2,3 Millionen Fragebogen alle Eigentümer von Wohnraum, sagte er. Die 10.000 Erhebungsbeauftragten würden zudem 813.000 Personen oder rund zehn Prozent der Einwohner näher befragen. Ihre Fragebogen könnten die Bewohner der ausgewählten Haushalte auch selbstständig ohne Hilfe der Interviewer oder gleich über das Internet beantworten.
Der Landesbetrieb für Statistik wird nach eigenen Angaben zudem die Daten der Melderegister für die Volkszählung nutzen. In dem Betrieb selbst werden bis zu 250 Bedienstete die erhobenen Daten später auswerten. "Die genaue Bevölkerungszahl des Landes wollen wir dann im November 2012 bekannt geben", kündigte Methner an. Die erhobenen Strukturdaten, etwa zu Ausbildung und Beruf, wolle man im Mai 2013 vorlegen.
Der Statistik-Vorstand forderte alle Bürger auf, "jetzt auch gut mitzumachen". Die Bevölkerungsdaten benötige man, um etwa Wahlkreise richtig zuzuschneiden oder das Steueraufkommen gerecht zu verteilen. "Wir haben den Eindruck, dass die Bereitschaft zur Teilnahme sehr groß ist", betonte Methner.
Wer sich partout nicht erheben lassen wolle, erhalte schließlich einen Bescheid über ein 300 Euro Zwangsgeld, das man durch die Ausfüllung des Fragebogens aber noch einmal abwenden könne, berichtete Methner zudem. Mit diesem Bescheid fielen 100 Euro Verwaltungskosten an, die in jedem Fall zu zahlen seien. Bei hartnäckigen Verweigerern werde ein zweites Zwangsgeld von 500 Euro verhängt. Ein offensichtlich falsch ausgefüllter Fragebogen werde wie eine Verweigerung behandelt.
dapd
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