10.02.2012, 22:15 Uhr | dapd
Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit ist am Freitag erstmals ein sogenannter Gigaliner-Lastwagen auf bayerischen Straßen getestet worden. Eine Spedition in der Ostallgäuer Gemeinde Biessenhofen führte noch vor dem offiziellen Start eines Feldversuchs mit einem über 25 Meter langen Lkw die ersten Fahrten im Freistaat durch. Der Chef der Spedition, Wolfgang Thoma, äußerte sich trotz Schneefall und Stau zufrieden: "Es lief alles überaus problemlos." Den Gigaliner fuhr er persönlich vom Allgäu nach München und zurück.
Offiziell soll der Feldversuch am 5. März starten. Dafür hat sich auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) angekündigt. Für Speditionen sind die riesigen Lkw das Transportmittel der Zukunft. Schließlich könne mehr Ware mit weniger Lkw transportiert werden, erläuterte Thoma. Vorwürfe, die Riesenlastwagen seien nur schwer zu überholen, lässt der Spediteur, vor allem nach den ersten Fahrten, nicht gelten. "Wir sind von Autofahrern fotografiert worden und viele haben uns freundlich zugewinkt", berichtete er. Auch in den Kurven habe es keine Probleme gegeben.
Gigaliner sind vielen ein Dorn im Auge
Vielen Parteien, wie SPD und Grüne, sowie Naturschützern und dem ADAC sind die Gigaliner allerdings ein Dorn im Auge. Sie befürchten eine höhere Unfallgefahr, ein schwierigeres Überholen und eine stärkere Belastung der Fahrbahnen. Was die stärkere Beanspruchung der Fahrbahnen angeht, kontern Spediteure mit dem Argument, dass das gleiche Gewicht auf acht statt bislang fünf Achsen verteilt werde. Denn eine Gewichtsteigerung sei nicht vorgesehen, wohl aber eine größere Länge, die wiederum ein höheres Transportvolumen ermögliche.
Im bayerischen Verkehrsministerium war von der Premiere nichts bekannt, wie eine Sprecherin einräumte. Es sei allerdings auch nicht erforderlich gewesen, die Fahrt anzumelden. Schließlich erfülle die Spedition des Feldversuchs bereits alle Auflagen und habe die entsprechenden Genehmigungen erhalten. Die Fahrer müssten eine Zusatzausbildung absolvieren, zudem seien zusätzliche technische Vorkehrungen wie Rückfahrkameras erforderlich.
dapd
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