25.10.2010, 11:46 Uhr | DDP
Stuttgart/Berlin (dapd-bwb). Noch zu wenig kleine und mittelständische deutsche Unternehmen widmen sich dem Exportgeschäft. Viele Firmen schöpften ihr Potenzial im Außenhandelsgeschäft nicht aus, sagte der Geschäftsführer der Außenwirtschaftsgesellschaft Germany Trade Invest, Jürgen Friedrich, am Montag in einem dapd-Interview einen Tag vor Beginn der Exportforums "Global Connect" in Stuttgart. "Nur 40 Prozent der Unternehmen mit einem Jahresumsatz zwischen einer und 50 Millionen Euro sind im Export tätig", sagte Friedrich.
Je kleiner die Betriebe seien, desto weniger wüssten sie von Förderungsprogrammen im Exportgeschäft, erläuterte der Geschäftsführer der deutschen Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Im internationalen Wettbewerb seien diese Firmen, was Informationsbeschaffung oder das Erschließen von Märkten betrifft, gegenüber Großunternehmen im Nachteil. Deshalb habe das Bundeswirtschaftsministerium im März eine Außenwirtschaftsinitiative gestartet, sagte Friedrich. Ziel des Programms sei, kleine und mittelständische Unternehmen beispielsweise über Auslandsmesseförderungen, Exportkreditversicherungen oder Dienstleistungen der deutschen Auslandshandelskammern zu informieren.
Vor allem für den Mittelstand gebe es viele nach Ländern und Branchen aufgeteilte Angebote zur Förderung der Außenwirtschaft, betonte Friedrich. Als Beispiele nannte er Exportkreditgarantien oder Unterstützung bei Delegationsreisen. Gefördert werden sollten vor allem Firmen aus der Gesundheitswirtschaft, der Sicherheitstechnologie, der Elektromobilität oder aus dem Bereich der erneuerbaren Energien. Auch die Pharma- und Biotechnologie und die Medizin- und Umwelttechnik stünden im Fokus.
Deutsche Unternehmen seien in vielen Ländern "ein gefragter, in manchen Fällen sogar ein bevorzugter Partner", fügte Friedrich hinzu. Sie könnten im Ausland vor allem mit ihrer großen Eigenständigkeit und ihrer Kundenorientierung punkten. In Russland zum Beispiel sollen laut Friedrich in den kommenden beiden Jahren 20 Milliarden Euro in 38 Projekte fließen. Das sei für deutsche Unternehmen eine große Chance. Die boomenden Märkte lägen derzeit vor allem in China und der Türkei, aber auch in Indien, Brasilien, Saudi-Arabien und eben Russland.
Die Messe "Global Connect" sei für deutsche Unternehmen "der zentrale Marktplatz zum Erschließen globaler Märkte", sagte Friedrich. Die Veranstaltung findet Dienstag und Mittwoch (26./27. Oktober) in der Stuttgarter Messe statt. Bei der Premiere vor zwei Jahren kamen 2800 Besucher, in diesem Jahr werden mehr als 3000 erwartet. Sie können sich bei mehr als 150 Ausstellern und auf mehreren Kongressen über das Auslandsgeschäft von Unternehmen informieren.
dapd
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