17.05.2011, 09:07 Uhr | dapd
Leipzig/Erfurt (dapd-lsc). Ein externes Beraterteam hat mit der Untersuchung der Betrugsaffäre beim Kinderkanal Ki.Ka begonnen. Die Experten sollen die Wirksamkeit der bestehenden Kontrollmechanismen des MDR analysieren und prüfen, wie der Sender am Montag in Leipzig mitteilte. Das Team werde vom Wirtschaftskriminalisten und Unternehmensberater Ingmar Weitemeier geleitet. Weitemeier war den Angaben nach 15 Jahre lang Direktor des Landeskriminalamtes Mecklenburg-Vorpommerns.
Auftrag der Gruppe sei es, Verwaltungsabläufe und Prüfungsszenarien auf Schwachstellen zu analysieren. Die Experten dieses Teams gehören den Angaben nach unterschiedlichen Fachgebieten an. MDR-Intendant Udo Reiter habe für Juli einen Zwischenbericht angefordert. Damit setzt der MDR nach eigenen Angaben Vorgaben um, die der Sender zur Aufarbeitung der Betrugsaffäre beim Ki.Ka beschlossen hatte.
Ein ehemaligen Herstellungsleiter des Ki.Ka soll über mehrere Jahre Scheingeschäfte abgewickelt und Geld für die Vergabe von Aufträgen kassiert zu haben. Den Sender ist dadurch nach eigenen Angaben ein Schaden von 8,2 Millionen Euro entstanden. In einem internen Prüfbericht war von erheblichen internen Schwächen die Rede, die den Ki.Ka-Betrugsskandal begünstigt hätten. In der Folge hatte MDR-Verwaltungsdirektor Holger Tanhäuser seinen Posten geräumt, eigenes Verschulden aber zurückgewiesen. Darüber hinaus hatte MDR-Intendant Udo Reiter weitere personelle und strukturelle Veränderungen angekündigt.
Der Kinderkanal ist ein Gemeinschaftssender von ARD und ZDF und hat seinen Sitz in Erfurt.
dapd
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