21.02.2012, 09:29 Uhr | dapd
Baden-Württemberg in Narrenhand: Am Montag feierten Zehntausende von Menschen die schwäbische-alemannische Fastnacht. Mit bunten Kostümen und viel guter Laune waren sie in zahlreichen Städten unterwegs. In Rottweil zogen 3.500 Narren durch das mittelalterliche Schwarze Tor der Stadt, in Schramberg verfolgten 20.000 Zuschauer, wie die Narren in Waschwannen durch die Innenstadt rollten. Auf dem Marktplatz von Schömberg führten 500 bunt gekleidete Menschen eine Polonaise auf.
Zum Rottweiler Narrensprung kamen nach Veranstalterangaben mehr als 10.000 Zuschauer. Nach dem großen Glockenschlag um Punkt 8.00 Uhr zogen die Narren mit handgeschnitzten Holzmasken und farbigen Kostümen durch die Stadt. Die Wurzeln des Rottweiler Narrensprungs liegen im 15. Jahrhundert.
In bunt dekorierten Waschwannen waren die Narren in Schramberg unterwegs. Die traditionelle "Da-Bach-na-Fahrt" fand allerdings in diesem Jahr nicht auf der Schiltach statt, da der Fluss zugefroren war. Die 40 Waschzuber-Fahrer ließen sich stattdessen auf Rollen durch die Innenstadt ziehen und schieben.
Da das Motto der beliebten Fastnachtsveranstaltung "Patsch - nass" lautet, endete die Fahrt in einem von der Feuerwehr aufgestellten Bassin. Das Spektakel verfolgten rund 20.000 Zuschauer. In den vergangenen 30 Jahren war die rasante Fahrt nur einmal ausgefallen, als die Schiltach Hochwasser führte.
In Schömberg zwischen Rottweil und Balingen gilt die Polonaise als Höhepunkt der Fastnacht. Auf dem Marktplatz wurde sie am Montag zu einer barocken Sinfonie getanzt. Die meisten Narren verkleideten sich dazu als "Fransennarr" oder "Fuchswadel". In den bunten Kostümen lassen sich Elemente des Spätbarocks und der hohen Zeit des Rokokos wiedererkennen. Die Schömberger Fastnacht lässt sich laut Narrenzunft bis zurück in das Jahr 1796 nachweisen.
Das fröhliche Fastnacht-Treiben wurde jedoch auch in diesem Jahr von Unfällen und Prügeleien überschattet. In Erlenbach-Binswangen (Landkreis Heilbronn) verletzten sich zwei Menschen, nachdem ein dreirädriger Kleintransporter mit einem Hexenhaus auf der Ladefläche umgekippt war. Ob die beiden Männer zuvor auf der Straße standen oder mit dem Hexenhaus zusammen herunterstürzten, war laut Polizei zunächst unklar. Sie erlitten vermutlich Knochenbrüche und wurden ins Krankenhaus gebracht.
Zwei Menschen verletzten sich auch bei einer Prügelei am Ende einer Faschingsfeier in Iffezheim (Landkreis Rastatt). Um 3.00 Uhr in der Nacht zum Montag wurde die Polizei in die Festhalle gerufen. Wegen der aggressiven Stimmung beendete sie die Party. Über eine Stunde lang versuchten die Beamten, Konfrontationen zwischen den meist angetrunkenen Festbesuchern zu verhindern. Trotzdem kam es zu der Prügelei.
Für die nächsten Tage sind weitere Fasnet-Veranstaltungen in Baden-Württemberg geplant. Am Dienstag wird Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) etwa zum traditionellen Froschkutteln-Essen in Riedlingen (Landkreis Biberach) erwartet.
dapd
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