04.04.2011, 14:42 Uhr | dapd
Mainz (dapd-rps). Die Liberalen in Rheinland-Pfalz begrüßen die angekündigte Neuordnung der FDP-Führungsspitze und fordern eine Rückbesinnung auf alte Werte. "Man hätte schon früher über die Parteispitze im Land diskutieren sollen", sagte der Landeschef der Jungen Liberalen, Florian Glock, am Montag der Nachrichtenagentur dapd.
Der FDP-Landesvorstand sei recht alt. Der angekündigte Rücktritt des bisherigen Landesvorsitzenden Rainer Brüderle mache den Weg frei für eine Verjüngung. Wirtschaftsminister solle Brüderle aber bleiben. "Wir JuLis finden, dass er einen guten Job macht", sagte Glock.
Der neue Landesvorstand müsse moderieren können, sagte Glock. "Es gibt eine große Spannung zwischen der Führung und der Basis". Einen Namen nannte Glock nicht. Für die JuLis forderte er mehr Mitspracherecht im Vorstand. Bisher stehe der Nachwuchsorganisation ein Platz zu. "Wir möchten stärker berücksichtigt werden", sagte Glock.
Kritisch sieht Glock den Termin des jüngsten Landesparteitages nur zwei Wochen vor der Landtagswahl. Eine Diskussion habe so kurz vor der Wahl nicht stattfinden können. "Da wird von den Delegierten Geschlossenheit gefordert".
Spätestens nach den Katastrophen in Japan habe die Partei die Dinge nicht mehr in der Hand gehabt. "Wir konnten unsere Themen nicht mehr transportieren", sagte Glock. Die FDP solle sich bei ihren Werten Freiheit, Verantwortung, Wettbewerb und Rechtsstaatlichkeit von anderen Parteien nicht "die Butter vom Brot nehmen lassen".
Auch Guido Westerwelle habe es nicht geschafft, zum richtigen Zeitpunkt als Bundesvorsitzender abzuspringen. In der öffentlichen Wahrnehmung habe es eine große Fokussierung auf Westerwelle gegeben, kritisierte Glock. Die JuLis hatten bereits in der vergangenen Woche gefordert, dass Westerwelle nicht mehr für den Parteivorsitz kandidieren solle.
Der Noch-Landesvorsitzende Brüderle hatte am Sonntag die Entscheidung Westerwelles, nicht erneut zu kandidieren, mit "Respekt" aufgenommen. "Mit seiner Entscheidung hat er für den weiteren Weg der FDP Klarheit geschaffen", sagte Brüderle. Sowohl Glock als auch Brüderle betonten aber auch die Verdienste des Außenministers um die Partei.
Unterstützung erhielt Glock vom FDP-Vorsitzenden in Bendorf, Markus Falk. Auch er erklärte, die Distanz zwischen Basis und der Parteispitze sei riesig. Der Partei würden jetzt "leisere Töne" gut tun. Als mögliche Besetzung für das Amt des Landesvorsitzenden nannte er den stellvertretenden Vorsitzenden der FDP Rheinland-Pfalz und Bundestagsabgeordneten Volker Wissing. Er sei kein lauter Politiker, dafür "hochkompetent".
dapd
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