18.04.2011, 10:00 Uhr | dapd
Frankfurt/Main (dapd-hes). Claudia Dillmann ist in ihrer Begeisterung kaum zu bremsen. Eine Mitarbeiterin verhindert gerade noch, dass die Direktorin des Deutschen Filmmuseums in Frankfurt noch mehr Details über die geplante Wiedereröffnung des Museums Mitte August ausplaudert. Immerhin aber erfahren Besucher einer Baustellenbesichtigung am Freitag, dass in der neuen Ausstellung ein Original-Alien Kostüm, das Kleid von Romy Schneider als "Sissi" im Film "Ludwig II." und der Oscar von Maximilian Schell zu bestaunen sein werden.
Noch gehört das Filmmuseum den Bauarbeitern, die mit dem Innenausbau beschäftigt sind. Von den Decken hängen Hunderte Kabel. Noch deutet nicht viel darauf hin, dass das neue Filmmuseum am Frankfurter Mainufer größer und schöner werden soll. "Wir sehen endlich den Main", jubelt Direktorin Dillmann bei der Präsentation der "Lounge" im dritten Stock. Die großzügige Räumlichkeit mit Blick auf Fluss und Skyline will das Museum für externe Veranstaltungen vermieten, um zusätzlich Geld einzunehmen.
Auch für die Einrichtung selbst benötigt das Museum noch gut 200.000 Euro für die Einrichtung. "Die Möbel sind der letzten Sparrunde zum Opfer gefallen", verrät Dillmann. Statt der veranschlagten 11,5 Millionen Euro werde der aufwendige Umbau rund 400.000 Euro mehr kosten.
Nach der Sanierung soll es für Besucher des Museums am Frankfurter Mainufer rund 30 Prozent mehr Ausstellungsfläche geben. Im Erdgeschoss ist neben einem großen Eingangsbereich eine Mediathek vorgesehen, in der Besuchern der Zugriff auf das Archiv des Filmmuseums ermöglicht werden soll.
Im ersten und zweiten Stock wird eine Dauerausstellung mit interaktiven Elementen zu sehen sein. Tageslicht werden die Besucher dort vergeblich suchen. "Die Dauerausstellung soll als Analogie zum Kino komplett als Black Box inszeniert werden", erläutert Dillmann. Auf vier Leinwänden im zweiten Stock seien dann Filmausschnitte zu sehen.
Die Besucher können aber auch selbst zum Regisseur werden. Dani Levy hat aus seinem Werk "Alles auf Zucker" Filmschnipsel zur Verfügung gestellt, die Cineasten dann nach eigenem Geschmack schneiden können. Zudem werden Filmausschnitte mit verschiedener Hintergrundmusik eingespielt, um die Wirkung unterschiedlicher Filmmusik auf einzelne Szenen zu zeigen.
Im dritten Stock sollen Sonderausstellungen gezeigt werden. Zur geplanten Wiedereröffnung Mitte August werde die Bilderschau "Stand der Dinge" des Starfotografen Jim Rakete zu sehen sein. Rakete hatte 101 deutsche Filmschaffende porträtiert.
Doch noch muss Direktorin Dillmann ein bisschen Geld für Mobiliar einsammeln. Es fehlen noch Möbel für die Mediathek und für die Lounge im dritten Stock sowie ein kleiner Flügel für das Kino im Untergeschoss. Dillmann ist zuversichtlich: "Die Eröffnung wird ein rauschendes Fest, aber mehr wird nicht verraten."
dapd
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