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Flughafen Frankfurt: Große Mehrheit der Hessen will ein Nachtflugverbot

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Große Mehrheit der Hessen will ein Nachtflugverbot

19.01.2012, 09:25 Uhr | dapd

Eine große Mehrheit der Hessen ist für ein Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen. In einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Instituts Infratest dimap für den Hessischen Rundfunk plädierten 65 Prozent der insgesamt 1.000 Befragten für ein solches absolutes Verbot von Flügen zwischen 23.00 und 5.00 Uhr, selbst wenn es mit Einbußen für den Flughafen verbunden wäre.

Bei der Präferenz der Parteien ergab die Umfrage erneut eine rot-grüne Mehrheit. Zwar bliebe die CDU stärkste Partei, wenn am nächsten Sonntag Landtagswahl wäre, die FDP würde aber mit nur drei Prozent ausscheiden, so dass die schwarz-gelbe Koalition in Wiesbaden nicht weiterregieren könnte.

Bei den Anwohnern rund um den Flughafen sprachen sich 68 Prozent für ein striktes Nachtflugverbot aus. Aber auch im übrigen Hessen waren es immer noch 63 Prozent. Der unter anderem von der Frankfurter Oberbürgermeister-Kandidatin der Grünen, Rosemarie Heilig, erhobenen Forderung, die Landebahn wieder stillzulegen, stimmten allerdings nur 17 Prozent der Befragten "eher zu". Und sogar nur 7 Prozent stuften hessenweit den Flughafenausbau als wichtiges Thema ein. Jedoch war mit 55 Prozent auch eine Mehrheit aller befragten Hessen dagegen, dass die Wettbewerbsfähigkeit des Flughafens wegen seiner wirtschaftlichen Bedeutung für die Rhein-Main-Region Vorrang vor den Interessen der Anwohner haben sollte.

Bei der sogenannten Sonntagsfrage kamen die CDU landesweit auf 33 Prozent, die SPD auf 31, die Grünen auf 21, die FDP auf 3 sowie die Linke und die Piraten auf je 4 Prozent. Mit zusammen 52 Prozent hätten die derzeitigen Oppositionsparteien SPD und Grüne damit eine klare Regierungsmehrheit. Neben der FDP müsste dagegen auch die Linke aus dem Landtag ausscheiden. Auch für die CDU bedeutet das neue Umfrageergebnis gegenüber der letzten derartigen Erhebung im Dezember einen weiteren Rückgang um einen Prozentpunkt. Dagegen konnten SPD und Grüne binnen Monatsfrist jeweils einen Prozentpunkt zulegen.

Auf das schlechte Abschneiden der FDP bei der Umfrage wirkte sich offenbar vor allem der negative Bundestrend aus. 76 Prozent der Befragten bezweifelten, dass die FDP-Bundespartei mit ihrer neuen Führung auf dem richtigen Weg sei. Und auch noch 75 Prozent äußerten die Ansicht, die Liberalen seien zu zerstritten, um noch ernsthaft Politik mitgestalten zu können.

SPD und Grüne äußerten sich erfreut über ihren derzeit offensichtlich großen Zuspruch bei den hessischen Wählern. SPD-Generalsekretär Michael Roth sprach von einer "erfreulichen Halbzeitbilanz" und einer Wechselstimmung. "Schwarz-Gelb stürzt ab", überschrieb er seine Pressemitteilung. Der politische Geschäftsführer der Grünen, Matthias Münz, schrieb, die Hessen hätten Schwarz-Gelb satt.

Grünen-Fraktionschef Tarek Al-Wazir schnitt bei der Frage nach der Zufriedenheit mit hessischen Politikern bei 51 Prozent positiven Antworten am besten ab, vor Ministerpräsident Volker Bouffier mit 46 Prozent, SPD-Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel mit 42, und dem FDP-Landesvorsitzenden Jörg-Uwe Hahn mit 27 Prozent.

CDU-Generalsekretär Peter Beuth nannte es nicht überraschend, dass sich das Thema Fluglärm auch auf die Parteienpräferenz auswirke. Die CDU wisse, dass sie wieder stärker werden müsse. Ministerpräsident Bouffier wurde in der Umfrage von 54 Prozent als stärkere Führungspersönlichkeit im Vergleich zu Herausforderer Schäfer-Gümbel (17 Prozent) eingestuft.


dapd  

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Kommentare (1)

zum Forum

Thema: "Flughafen Frankfurt: Große Mehrheit der Hessen will ein Nachtflugverbot"

Lapillus schrieb: am 18. Januar 2012 um 20:48:55
(0) (1) Nachtflugverbot
Toll, wie Herr Bouffier versucht zu retten, was nicht mehr zu retten ist. Koch wußte schon, warum er zu Bilfinger
flüchtete. Die neue Startbahn war sein Geschenk an Celanese, ein Firmenkonglomerat, das im wesentlichen aus den Resten der Farbwerke Höchst besteht und einer "Heuschrecke" gehört. Es war schon dreist von Koch, zur Entsorgung der maroden Chemiefabrik Ticona extra eine Startbahn zu bauen. Aber die Fraport (u. d. Steuerzahler) hats ja.
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