17.12.2010, 15:25 Uhr | DAPD
Würzburg (dapd-bay). Die fränkischen Weinbauern wollen in Sachen Nachhaltigkeit Vorreiter in ihrer Branche werden. Als nach eigenen Angaben erstes deutsches Anbaugebiet legten sie am Freitag in Würzburg eine umfassende CO2-Bilanz vor. Sie basiert auf den Daten von 14 Betrieben, die gut 50 Prozent der jährlich in Franken erzeugten Weinmenge repräsentieren.
Der Studie zufolge liegt der durchschnittliche Ausstoß an klimaschädlichem CO2 beim Frankenwein bei 1,01 Kilogramm pro Liter. Neuseeländischer Wein komme dagegen auf bis zu 1,52 Kilogramm. Der größte Anteil entfällt der Studie zufolge mit 43,7 Prozent auf die Abfüllung. Verantwortlich hierfür sei die energieintensive Herstellung der Glasflaschen.
Nach Angaben von Hermann Kolesch, Leiter der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau in Veitshöchheim, wird zwar über alternative Verpackungen wie Kunststoffkanister nachgedacht. Dies werde dem Verbraucher aber schwer zu vermitteln sein, sagt er. "Das wird zehnmal schwerer als der Umstieg vom Korken zum Schraubverschluss."
Konkret zum Klimaschutz beitragen könnten die Winzer im Bereich Energie und Strom, der derzeit rund sieben Prozent des CO2-Ausstoßes ausmacht. Deshalb ist eine gemeinsame Betreibergesellschaft geplant, die durch Photovoltaik, Windenergie und Biomasse Strom aus regenerativen Energien gewinnen soll. Nach Angaben des Geschäftsführers des fränkischen Weinbauverbands, Hermann Schmitt, sind in diesem Zusammenhang im Januar erste Gespräche mit dem Landkreis Kitzingen geplant. "Ich bin ganz optimistisch, dass wir da weiterkommen", sagte er.
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