10.02.2012, 22:19 Uhr | dapd
Französische Filme haben am Freitag die Berlinale bestimmt: Ins Rennen um den Goldenen und die Silbernen Bären der 62. Auflage der Filmfestspiele gingen die Dramen "Aujourd'hui" von Alain Gomis und "A Moi Seule" von Frédéric Videau. "Aujourd'hui" schildert den letzten Tag im Leben eines jungen Mannes im Senegal. "A Moi Seule" dreht sich um ein jahrelang entführtes Mädchen. Schauspieler Max von Sydow und Regisseur Stephen Daldry stellten zudem die Romanverfilmung "Extrem laut und unglaublich nah" vor, die außer Konkurrenz läuft.
Der Hauptdarsteller von "Aujourd'hui", Saül Williams, identifizierte sich so sehr mit der Filmfigur, dass er glaubte, sterben zu müssen: "Während wir den Film drehten, hatte ich Angst zu sterben", sagte Williams. Nach einiger Zeit sei das Panikgefühl aber verflogen.
In der Sektion Panorama wurde die französisch-polnisch-deutsche Koproduktion "Elles" mit Juliette Binoche präsentiert. Die Regisseurin Malgoska Szumowska gab zu, sie habe erst Angst gehabt, mit der französischen Schauspielerin zu arbeiten. Binoche sei der Star, sie selbst ganz unbekannt, sagte die polnische Regisseurin. Binoche spielt in dem Film die Pariser Journalistin Anne. Diese recherchiert für eine Reportage, in der es um junge Frauen geht, die sich prostituieren, um ihr Studium bezahlen zu können.
Als erster Wettbewerbsfilm außer Konkurrenz wurde das 9/11-Drama "Extrem laut und unglaublich nah" gezeigt. Regisseur Daldry ("Der Vorleser") betonte, er habe nur eine von Tausenden von Geschichten über die Terroranschläge erzählt. "Es verwundert mich, dass es nicht mehr Filme über 9/11 gibt." Trotz seiner schwierigen Rolle habe er während der Dreharbeiten viel Spaß gehabt, sagte der 13-jährige Hauptdarsteller Thomas Horn. Er spielt Oskar Schell, der den Tod seines Vaters im World Trade Center bewältigen muss.
Am Samstag kommt Angelina Jolie
Am Samstag wird es vermutlich voll am Roten Teppich: Hollywoodstar Angelina Jolie stellt in der Spezial-Sektion ihr Regiedebüt "In the Land of Blood and Honey" vor, das vom Bürgerkrieg im früheren Jugoslawien handelt. Mit Christian Petzolds "Barbara" tritt zudem der erste deutsche Film in den Wettbewerb ein. Der Regisseur drehte erneut mit Nina Hoss, die 2007 für "Yella" einen Silbernen Bären bekommen hatte. "Barbara" spielt im Jahr 1980: Eine Ärztin aus dem Osten will zu ihrem Geliebten in den Westen.
Präsentiert wird ferner der italienische Wettbewerbsfilm "Cesare deve morire (Caesar Must Die)" von Paolo und Vittorio Taviani über Häftlinge, die im Hochsicherheitstrakt ein Shakespeare-Stück auf die Theaterbühne bringen. Zudem wird der spanische Psychothriller "Dictado (Childish Games)" von Antonio Chavarrias gezeigt.
18 Produktionen konkurrieren um den Goldenen und die Silbernen Bären, die am 18. Februar verliehen werden. Insgesamt werden auf dem Festival fast 400 Filme gezeigt. Die Berlinale war am Donnerstag von Jury-Präsident Mike Leigh und Berlinale-Direktor Dieter Kosslick eröffnet worden. Als Eröffnungsfilm wurde das historische Revolutionsdrama "Leb' wohl, meine Königin" mit Diane Kruger gezeigt, das ebenfalls um die Bären konkurriert. Die Internationalen Filmfestspiele Berlin enden am 19. Februar mit einem Publikumstag.
dapd
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