17.06.2011, 11:47 Uhr | dapd
Wiesbaden (dapd-hes). Mit Freude und Erleichterung haben die Atomkraftgegner in Hessen auf das angekündigte Aus der Blöcke A und B in Biblis reagiert. Die SPD-Fraktion in Wiesbaden zeigte sich am Freitag "erleichtert darüber, dass der RWE-Vorstand ein Einsehen hat". Die Grünen nahmen das Aus des umstrittenen Atomkraftwerks "mit großer Freude" zur Kenntnis.
Beide Parteien warnten jedoch auch davor, Biblis als sogennannte Kaltreserve zu behalten. Die rechtliche Lücke der Kaltreserve müsse geschlossen werden, forderte der hessische SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel. Die Grünen betonten, Biblis B als Kaltreserve zu nutzen, sei "völlig unsinnig". Ein Atomkraftwerk brauche rund 55 Stunden zum Hochfahren und sei daher zum Lieferung von Strom bei kurzfristigen Engpässen ungeeignet. Flexible Gaskraftwerke seien viel sinnvoller, sagte Grünen-Chef Tarek Al-Wazir.
Auch die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW warnte davor, Biblis B als Kaltreserve zu nutzen, da der Meiler dafür sicherheitstechnisch und rechtlich nicht in Betracht komme.
Die Spekulationen über eine mögliche Nutzung von Biblis B als Kaltreserve waren aufgekommen, weil der Betreiber RWE am Donnerstag mitgeteilt hatte, den Reaktor nicht mehr "zur regulären Stromerzeugung" einzusetzen.
dapd
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