08.11.2011, 08:14 Uhr | dapd
Der Geisterfahrer, der einen tödlichen Unfall auf der Autobahn 3 bei Niedernhausen verursacht hat, sitzt in Untersuchungshaft. Das habe der Haftrichter angeordnet, sagte ein Polizeisprecher am Montagabend auf dapd-Anfrage. Die Staatsanwaltschaft hatte Haftbefehl wegen eines Kapitaldeliktes beantragt. Ob sich der Mann vor dem Richter zu den Gründen seines Wendemanövers oder zum Unfallhergang geäußert habe, konnte der Sprecher nicht sagen. Bei der Polizei hatte der Unfallverursacher dazu geschwiegen.
Der 48-Jährige wendete aus ungeklärten Gründen seinen Geländewagen am Samstag auf der Autobahn und fuhr entgegen der Fahrtrichtung auf der Überholspur zurück in Richtung Frankfurt. Dort prallte sein Auto gegen den Wagen eines 56-Jährigen aus Duisburg, schleuderte weiter und stieß mit einem zweiten Wagen zusammen. Weitere Autos fuhren in die Unfallstelle.
Der Autofahrer aus Duisburg starb noch am Unfallort. Seine 54-jährige Frau und sein 17 Jahre alter Sohn, die mit ihm unterwegs waren, wurden schwer verletzt. Im zweiten gerammten Auto gab es ebenfalls zwei Schwerverletzte. Der Unfallverursacher floh trotz eigener Verletzungen zu Fuß.
Die Polizei fand ihn trotz einer Fahndung unter Einsatz eines Hubschraubers mit Wärmebildkamera nicht. An der Unfallstelle bildete sich ein bis zu zehn Kilometer langer Stau. Am Sonntag stellte sich der Mann, wurde festgenommen und kam zunächst ins Krankenhaus. Am Montag wurde er vor seiner Vorführung beim Haftrichter dem Polizeipräsidium überstellt.
dapd
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