24.01.2011, 15:09 Uhr | DAPD
Essen/Bochum (dapd-nrw). Der Druck des amerikanischen Autokonzerns General Motors (GM) auf seine europäischen Werke nimmt einem Zeitungsbericht zufolge zu. Insbesondere das Bochumer Opel-Werk ist nach Informationen der Essener WAZ-Zeitungsgruppe in die Schusslinie geraten, weil der Personalabbau dort zu schleppend laufe. GM habe den Unternehmensberater AlixPartners beauftragt, das Bochumer Werk unter die Lupe zu nehmen, um den Personalabbau zu beschleunigen, hieß es. Wie aus einem vertraulichen Opel-Schreiben hervorgehe, sollen die Unternehmensberater direkt nach Detroit berichten. Die deutsche Geschäftsführung und der Opel-Vorstand seien in diesen Vorgang nicht eingebunden, angeblich noch nicht einmal Opel-Chef Nick Reilly.
Unzufrieden ist GM laut Bericht mit dem europäischen Autogeschäft, das im Konzern wegen der roten Zahlen als "Sorgenkind" bezeichnet wird. Der Abbau des Personalüberhangs geschehe viel zu langsam. Ärger hätten vor allem Vereinbarungen ausgelöst, die der Bochumer Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel mit dem Opel-Vorstand erzielen konnte: Zwangsversetzungen wurden dabei vertraglich ausgeschlossen, lediglich temporäre Versetzungen bis zu drei Monaten sind möglich.
Mit dem jetzigen Personalüberhang sei das Werk Bochum nicht konkurrenzfähig, schreibt das Blatt. Bis zu 1.200 Stellen sollten bis Jahresende noch gestrichen werden. Zurzeit arbeiten bei Opel Bochum 4.620 Leute, in den Partnerbetrieben weitere 1.100.
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