22.02.2011, 08:49 Uhr | dapd
Frankfurt (Oder) (dapd-lbg). Das Interesse der Brandenburger an den Akten der früheren DDR-Staatssicherheit ist auch 20 Jahre nach der Wiedervereinigung hoch. Im vergangenen Jahr seien bei der Frankfurter Außenstelle der Birthler-Behörde rund 4.300 Anträge auf Akteneinsicht eingegangen, sagte Außenstellenleiter Rüdiger Sielaff am Montag. Das sei etwa dasselbe Niveau wie 2009. Hinzu kamen fast 1.000 Anträge von Bürgern auf Entschlüsselung von Decknamen.
"Ich gehe auch für 2011 von einem hohen Interesse aus", sagte Sielaff. Hinzu komme ein signifikanter Anstieg des Interesses von Forschern, Medien und Schulen an den Akten. Die einzige Brandenburger Außenstelle ist für die ehemaligen DDR-Bezirke Frankfurt (Oder) und Cottbus zuständig, die Akten aus dem Bezirk Potsdam liegen in Berlin.
Zugleich würdigte Sielaff, dass es seit einem guten Jahr mit Ulrike Poppe endlich auch eine Diktaturbeauftragte in Brandenburg gibt. Das würde die Arbeit der Außenstelle sehr unterstützen. In den Frankfurter Archiven lagern nach seinen Angaben 7.700 laufende Meter Stasi-Akten, gut 1,67 Millionen Karteikarten sowie 1.550 Säcke mit zerrissenen Stasi-Dokumenten.
Am Samstag (26. Februar) lädt die Außenstelle von 10.00 bis 19.00 Uhr zu einem "Tag der offenen Tür" mit Archivführungen. Vorträge machen unter anderem mit der zentralen Erfassungsstelle für DDR-Unrecht in Salzgitter (13.00 Uhr) sowie mit Bildern und Tondokumenten aus dem Archiv des MfS (17.00 Uhr) vertraut. Zudem werden Ausstellungen über den Mauerbau sowie über die Auseinandersetzung zwischen Friedensbewegung und DDR-Staat eröffnet.
dapd
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