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Großteil der EHEC-Patienten im Norden aus Kliniken entlassen

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Großteil der EHEC-Patienten im Norden aus Kliniken entlassen

18.07.2011, 09:26 Uhr | dapd

Hamburg (dapd-nrd). Mehr als zwei Monate nach dem Beginn der EHEC-Epidemie haben die meisten Patienten in Norddeutschland die Kliniken verlassen können. Am Hamburger Universitätsklinikum-Eppendorf (UKE) ist die Zahl der Patienten von insgesamt 140 auf derzeit sieben zurückgegangen, sagte Sigrid Harendza, Oberärztin der nephrologischen Abteilung, auf dapd-Anfrage. Mehr als 100 würden weiter ambulant betreut.

"Das Wichtigste ist, die Patienten in der Nachsorge engmaschig zu betreuen, um den Verlauf ihrer Nierenfunktion mittels Blut- und Urinwerten zu kontrollieren", sagte die Nierenärztin. Die Dauer der ambulanten Behandlung könnte sich aber je nach Werten von einigen Monaten auf bis über ein Jahr hinziehen.

Im UKE hatte das Personal wegen der unerwartet hohen Zahl an Patienten und der Schwere der Erkrankungen große logistische Herausforderungen zu meistern. So musste die Zahl der Plasmaaustausch-Behandlungen bei HUS-Patienten innerhalb weniger Tage von täglich bis zu zwei auf 40 erhöht werden, sagte Harendza.

Auch in den Asklepios Kliniken in Hamburg seien die allermeisten EHEC-Patienten inzwischen entlassen worden, sagte Sprecher Mathias Eberenz. Am Standort Barmbek, wo etwa 300 Patienten stationär behandelt wurden, sei diese Woche der letzte EHEC-Patient nach Hause entlassen worden. Schätzungsweise zehn Prozent davon müssten aber wegen neurologischer Symptome oder Nierenschäden ambulant weiterbehandelt werden.

Für die übrigen Standorte liegen den Angaben zufolge noch keine genauen Zahlen vor. Nach der EHEC-Krise kämen die Ärzte jetzt erst zur Aufarbeitung. "Wir waren am Limit", sagte Eberenz. "Die Epidemie ist gerade noch rechtzeitig abgeebbt."

Am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) befinden sich noch neun Menschen mit HUS sowie ein EHEC-Fall in stationärer Behandlung, wie ein Sprecher sagte. Insgesamt seien mehr als 350 Menschen wegen des Erregers behandelt worden, davon etwa 150 Patienten stationär. Laut UKSH betragen die Mehrkosten durch EHEC mindestens 2,8 Millionen Euro.

Auch in Niedersachsen befanden sich nach Angaben des Gesundheitsministeriums nur noch wenige der 147 HUS-Patienten in Krankenhäusern. In den vergangenen drei Wochen erkrankten nur noch drei Menschen an HUS. Die Gesamtzahl der seit Beginn der Epidemie gezählten EHEC- und HUS-Patienten stieg binnen der vergangenen drei Wochen um 70 auf 837 an.

Die meisten HUS-Patienten seien mittlerweile als geheilt entlassen worden, ohne dass bleibende Schäden zu befürchten seien. Allerdings erlagen in Niedersachsen auch 15 Patienten der Epidemie, beinahe jeder dritte der laut Robert-Koch-Institut bundesweit 48 Todesfälle. Das RKI hat am Freitag seine bisherigen Todeszahlen korrigiert. Seit Anfang Mai sind bundesweit fast 4.300 Menschen an EHEC erkrankt.


dapd  

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