04.04.2011, 13:31 Uhr | dapd
Wiesbaden (dapd-hes). Nach dem Vorbild anderer Bundesländer wollen die Grünen in Hessen eine neue Schulform mit längerem gemeinsamen Lernen einführen. Diese sogenannte Neue Schule soll alle Abschlüsse anbieten und das Abitur wieder nach 13 Schuljahren (G9) ermöglichen.
Der bildungspolitische Sprecher der Grünen, Mathias Wagner, kündigte am Montag in Wiesbaden einen entsprechenden Änderungsantrag zum neuen Schulgesetz an. Damit solle der Weg für ein Zwei-Säulen-Schulmodell freigemacht werden.
Die Neue Schule soll nach dem Willen der Grünen die von der Landesregierung geplante sogenannte Mittelstufenschule ersetzen. "Der Vorschlag der Landesregierung ist nicht mehr als ein neues Türschild für die von den Eltern nicht mehr akzeptierte Hauptschule", sagte Wagner.
Der Grünen-Abgeordnete warnte vor einem Sonderweg in Hessen. Vor der Verabschiedung eines neuen Schulmodells sei es sinnvoll, die Entwicklung in anderen Bundesländer zu betrachten. Dabei zeige sich, dass Berlin, Bremen, Thüringen, Saarland, Hamburg und Nordrhein-Westfalen längst die Weichen für ein Zwei-Säulen-Schulmodell gestellt hätten. Viele dieser Entscheidungen seien unter CDU-Ministerpräsidenten getroffen worden, betonte Wagner.
Die Neue Schule biete die Chance, den jahrzehntelangen Schulkampf zu beenden und wirkliche Wahlfreiheit zu bieten. "Es ist ein Angebot", sagte der bildungspolitische Sprecher. Eltern könnten sich künftig entscheiden, ob sie ihr Kind auf eine Schule des gegliederten Schulsystems schicken wollten - oder längeres gemeinsames Lernen bevorzugten. An der Neuen Schule soll demnach bis zum Ende der Mittelstufe gemeinsam unterrichtet werden, eine Aufteilung der Schüler in Kurse soll es nicht mehr geben.
dapd
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