03.01.2011, 10:41 Uhr | DAPD
Wiesbaden (dapd-hes). Hessens Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) hat kurz vor Silvester zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor den Gefahren des Alkohols aufgerufen. Er appellierte am Mittwoch in Wiesbaden an Gastronomie und Einzelhandel, auf die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen zu achten. "Im Zweifel sollten sich Verkäuferinnen und Verkäufer an der Kasse oder an der Theke den Personalausweis vorlegen lassen", riet der Minister.
Übermäßiger Alkoholkonsum bei Kindern und Jugendlichen sei immer noch ein besorgniserregendes Problem, fügte Grüttner hinzu. Er verwies auf Daten des Statistischen Landesamtes: Rund 1.800 Kinder und Jugendliche im Alter bis 20 Jahre mussten im vergangenen Jahr wegen einer akuten Alkoholvergiftung in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Seit dem Jahr 2000, als noch 867 Behandlungsfälle auftraten, habe sich damit die Anzahl der Fälle verdoppelt, sagte Grüttner. "Je jünger das Einstiegsalter, desto höher ist die Suchtgefahr."
"Flatrate-Partys" werden nach Angaben des Ministers in der hessischen Gastronomie nicht mehr veranstaltet. Die Landesregierung plane derzeit keine rechtlichen Änderungen bei der Alkoholprävention. "Wir beobachten allerdings sehr aufmerksam das seit 1. März 2010 in Baden-Württemberg bestehende Nachtverkaufsverbot von Alkohol", sagte Grüttner. Man werde die Erfahrungen Baden-Württembergs verfolgen und diskutieren sowie im Anschluss daran entscheiden, ob eine ähnliche Regelung auch in Hessen sinnvoll wäre.
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