10.02.2012, 22:26 Uhr | dapd
Friedrich Fust steht x-beinig auf dem Eis der Hamburger Außenalster und hält sich fest. Die Füße des Vierjährigen stecken in orangefarbenen Eishockey-Schlittschuhen, Größe 28. Gestützt von Mama und Opa wagt Friedrich ein paar Schritte. Die Kufen kratzen über das Eis. Friedrich kippelt, fängt sich und nimmt Fahrt auf. "Juhuu", jubelt er. Zum ersten Mal in seinem Leben ist er auf Schlittschuhen unterwegs. "Wenn man schon die historische Chance hat, auf der Alster die ersten Schritte zu machen", sagt Petra Fust.
Sie selbst traue sich nicht mehr auf Kufen, sagt die 42-Jährige - auch nicht beim ersten offiziellen Alstereisvergnügen seit 15 Jahren. Die Eislaufversuche von Friedrichs Großvater Joachim Fust liegen noch länger zurück. "Mitte der 70er muss das gewesen sein", sagt der 69-Jährige. Damals sei er in den viel zu kleinen Schuhen seiner ältesten Tochter über das Eis gestakst, genau an der Stelle, an der nun sein Enkel übt. "Das war das erste Mal und das letzte Mal", sagt er. Das Alstereisvergnügen will er sich dennoch nicht entgehen lassen.
Polizei rechnet mit bis zu einer Million Besucher
Hunderte von Hamburgern haben die Alster schon zur Eröffnung am Freitagmittag erobert und genießen die Wintersonne auf dem Eis. Am Ufer des innerstädtischen Gewässers sind etwa 40 Stände aufgebaut, die Polizei rechnet für das Wochenende mit bis zu einer Million Besucher.
Auch das Rote Kreuz ist da, falls trotz aller Sicherheitswarnungen doch ein Unfall passiert. An den Alsterufern stünden vier Rettungswagen und 40 bis 45 ehrenamtliche Helfer der Wasserwacht Eimsbüttel bereit, sagt Einsatzleiter Wolfgang Münchow. Denn obwohl die Umweltbehörde Gefahrenzonen gekennzeichnet hat und vor dem Betreten der Eisflächen unter Brücken oder nahe der Fahrrinne am Ostufer warnt, gibt es immer wieder Unfälle. "Wir bitten natürlich darum, dass die Leute diese Warnhinweise auch ernst nehmen", sagt Behördensprecher Frank Krippner.
Martin Schneider, Sprecher der Feuerwehr Hamburg, geht von mehreren Hundert Einsätzen aus. "Die Leute stürzen, brechen sich den Oberschenkelhals, holen sich Prellungen oder Platzwunden", sagt er. Für die Helfer gehe der Dienst oft noch nach 18.00 Uhr weiter, wenn auch der letzte Glühweinstand geschlossen ist. "Dann gehen die Leute aufs Eis und dann fallen sie hin und verletzen sich - und dann kommen wir", sagt er.
Sauna auf den Alsterwiesen
Doch nicht nur Getränke- und Imbissbuden säumen die Eisfläche. Auf den Alsterwiesen steht auch eine mobile Sauna bereit, daneben ein hölzerner Freiluft-Whirlpool. Betreiber Philipp Neumann-Wolff verspricht wohlige Wärme von 90 Grad Celsius und Tannenaufgüsse auf dem Holzofen. Zum Umkleiden will er ein Zelt aufbauen, dazu gibt es einen Whirlpool unter freiem Himmel. Zwölf Personen passen etwa in die Sauna, sagt er. "Wir waren auch schon mit 20 Leuten drin. Aber ich sag mal, da muss man sich mögen."
dapd
Hamburgerin schrieb:
am 11. Februar 2012 um 00:36:12
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Muß nicht sein
Wenn da mit so viel Unfällen gerechnet wird, ist es nicht unbedingt nötig, zu dieser Massenveranstaltung zu gehen. Was ist
daran so lustig, daß da 1 Million Leute hingehen müssen? Ich bleibe zu Hause....oder doch nicht????
Wenn da Leute zwischen sind, die gern mal rempeln, ist das kein Spaß mehr.
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