30.03.2011, 15:47 Uhr | dapd
Essen/Düsseldorf (dapd-nrw). NRW-Integrationsminister Guntram Schneider stellt die bisherige Art der Islamkonferenz infrage. "Die Veranstaltung wird den eigenen Ansprüchen nicht gerecht, sie ist in dieser Form entbehrlich", sagte der SPD-Politiker laut Vorabbericht den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe.
Schneider schloss sich der heftigen Kritik muslimischer Verbände an Konferenzleiter, Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), an. Die vom neuen Minister gepflegte Unterscheidung, wonach zwar die hier lebenden Muslime zu Deutschland gehörten, nicht aber der Islam als solcher, sei "einfach keine Geschäftsgrundlage für die Zusammenarbeit", kritisierte Schneider.
"So kann man nicht mit vier Millionen Muslimen in Deutschland umgehen", sagte der SPD-Politiker weiter. Falls Friedrich seine Haltung nicht glaubhaft ändere, "ist er völlig ungeeignet, um die Islamkonferenz weiter zu leiten", sagte der Minister.
Boykottaufrufen, wie sie aus der SPD-Bundestagsfraktion kommen, schloss sich der NRW-Minister aber nicht an. Bund, Länder und Kommunen "müssen sich schnell zusammensetzen, um über einen Neustart der Islamkonferenz zu beraten", sagte Schneider.
dapd
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