23.02.2012, 13:44 Uhr | dapd
Der politische Aschermittwoch an der Saar hat in diesem Jahr ganz im Zeichen der bevorstehenden Landtagswahl am 25. März gestanden. Mit Spannung war dabei vor allem das Fernduell zwischen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und ihrem SPD-Herausforderer Heiko Maas erwartet worden, die in einer von beiden Parteien angestrebten großen Koalition um das Amt des Regierungschefs konkurrieren.
Bei einem gemeinsamen Fernsehinterview vor anderthalb Wochen hatten beide direkte Kritik am jeweils anderen noch weitgehend vermieden. Nun nutzten sowohl Maas als auch Kramp-Karrenbauer die Aschermittwochsbühne, um Siegesgewissheit zu demonstrieren und sich mit teils markigen Worten von einander abzugrenzen.
"Wir wollen, wir können und wir werden gewinnen", sagte die CDU-Spitzenkandidatin am Mittwoch beim traditionellen Heringsessen der Saar-CDU in Schwalbach vor rund 1.000 Gästen. Die CDU habe das richtige Programm, die richtigen Kandidaten und die richtige Botschaft. In den 32 Tagen bis zur Landtagswahl komme es nun darauf an, Vollgas zu geben und den Menschen deutlich zu machen, was und wer zur Wahl stehe. "Ich werde mein Licht nicht unter den Scheffel stellen, nur damit die Funzel von Heiko Maas etwas heller leuchtet", unterstrich Kramp-Karrenbauer.
Gleichermaßen siegesgewiss präsentierte sich derweil Maas vor rund 1.200 Anhängern in der Niedtalhalle in Siersburg. "Nirgendwo sonst ist ein Wahlsieg der SPD so greifbar wie hier im Saarland", sagte der 45-Jährige. Mit der Jamaika-Koalition lägen "zwei Jahre Chaos, Peinlichkeiten und Durcheinander" hinter dem Land, für die auch die heutige CDU-Ministerpräsidentin Verantwortung trage. "Annegret Kramp-Karrenbauer ist nicht die Erlöserin von Jamaika, sondern sie ist die Hebamme gewesen", sagte Maas.
Zugleich bekräftigte Maas aber auch seine Absage an eine Koalition mit der Linkspartei, die er als nicht regierungsfähig bezeichnete. Wer Oskar Lafontaine wähle, werde Annegret Kramp-Karrenbauer erhalten, fügte er mit Blick auf die Frage hinzu, wer in einer großen Koalition den Regierungschef stellt.
Linke-Spitzenkandidat Lafontaine parierte den Angriff vor gut 500 Anhängern in der Walderfingia-Halle in Wallerfangen. Wenn Maas der Linken vorwerfe, nicht regierungsfähig zu sein, sei das so, "als würde der Lehrling dem Meister sagen, er habe das Handwerk verlernt", sagte Lafontaine, in dessen Zeit als SPD-Ministerpräsident Maas Staatssekretär gewesen war.
Zugleich warf Lafontaine SPD und CDU gleichermaßen Unglaubwürdigkeit vor. So kündigten beide Parteien mit Blick auf die Schuldenbremse zwar "schmerzhafte Einschnitt" an, aber ohne zu sagen, wie diese aussehen sollten.
Die Grünen machten derweil deutlich, dass ihr Wahlziel das Verhindern einer großen Koalition ist. "Wir wollen nicht, dass Heiko Maas und Annegret Kramp-Karrenbauer im Schlafwagen zur Macht fahren", sagte Spitzenkandidatin Simone Peter vor rund 200 Parteifreunden in Saarlouis. Eine große Koalition sei Stillstand, nur die Grünen könnten dies verhindern, betonte sie.
Bei der FDP, deren Personalquerelen der CDU den Anlass für die Aufkündigung der schwarz-gelb-grünen Koalition gegeben hatten, war vor allem die CDU-Ministerpräsidentin das Ziel der Kritik. Kramp-Karrenbauer habe jegliche inhaltlich Orientierung verloren und gebe ihren Führungsanspruch schon vor der Wahl auf, sagte FDP-Landeschef Oliver Luksic in Dillingen. Dafür werde die CDU bei der Wahl abgestraft, prognostizierte er.
dapd
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