10.11.2010, 12:06 Uhr | DAPD
Düsseldorf (dapd). Der Konsumgüterkonzern Henkel sieht sich nur kurz nach der Rezession auf dem Weg zum besten Geschäftsjahr aller Zeiten. Im dritten Quartal 2010 konnte der Hersteller von Marken wie Persil, Fa, Schwarzkopf, Pattex und Pritt den Gewinn praktisch verdoppeln; gleiches gilt für die ersten neun Monate des Jahres. Für das kommende Jahr sagte Henkel Preiserhöhungen bei Wasch- und Reinigungsmitteln sowie bei Klebstoffen voraus. Grund seien steigende Rohstoffpreise.
"Insgesamt war das dritte Quartal das bisher beste Quartal unserer Unternehmensgeschichte", sagte Vorstandschef Kasper Rorsted am Mittwoch in einer Telefon-Pressekonferenz. Das laufende Jahr werde "ein wichtiger Schritt auf dem Weg, unsere Finanzziele 2012 zu erreichen". Henkel will bis 2012 eine bereinigte Umsatzrendite von 14 Prozent erzielen. Im dritten Quartal 2010 erreichte die Ebit-Marge erstmals 13 Prozent, wie Rorsted hervorhob. Bisher war 2008 das Rekordjahr für Henkel.
Zwischen Juli und Ende September übertraf der Konzern bei Umsatz und Ergebnis erneut die Markterwartungen. Der auf die eigenen Aktionäre entfallende Nettogewinn stieg auf Jahressicht um 95,9 Prozent, von 172 Millionen auf 337 Millionen Euro. Der Umsatz stieg den Konzernangaben zufolge um 13,7 Prozent von 3,49 Milliarden auf 3,96 Milliarden Euro. Dabei habe sich das organische Wachstum auf 6,5 Prozent belaufen.
Rorsted hob hervor, dass alle Regionen und Unternehmensbereiche zum Erfolg beigetragen hätten. Allerdings sei besonders die Entwicklung bei Wasch- und Reinigungsmitteln sowie bei Kosmetik/Körperpflege exzellent verlaufen.
In den ersten neun Monaten stiegen die Umsätze von Henkel um 11,1 Prozent auf 11,36 Milliarden Euro. Der Gewinn legte um 101,1 Prozent auf 869 Millionen Euro zu. Rorsted und Finanzvorstand Lothar Steinebach wollten sich zwar noch nicht zur Höhe der Dividende im nächsten Jahr äußern. Steinebach sagte jedoch, natürlich werde die Dividende steigen, wenn der Gewinn steige. Üblicherweise schütte das Unternehmen 25 Prozent vom bereinigten Jahresüberschuss aus.
Henkel hob nach dem guten dritten Quartal die Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr an. Demnach wird nun für 2010 mit einem Wachstum von mehr als 45 Prozent für das Ergebnis je Aktie gerechnet. Bislang war ein Zuwachs um mehr als 25 Prozent angepeilt worden. Die bereinigte Ebit-Marge soll bei 12 Prozent liegen und damit noch zwei Punkte unter der Zielvorgabe. Der Konzern sei zuversichtlich, in allen drei Geschäftsbereichen Marktanteile hinzugewinnen zu können, sagte Rorsted. Das soll aber organisch, also ohne weitere Übernahmen geschehen. Größere Zukäufe seien erst wieder nach dem Jahr 2012 zu erwarten, sagte der Vorstandsvorsitzende.
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