02.11.2010, 10:19 Uhr | DDP
Essen (dapd-nrw). Die Hochtief AG sieht ihre Jahresprognose trotz einer Gewinnwarnung der australischen Tochtergesellschaft Leighton nicht gefährdet. Vorsteuerergebnis und Konzerngewinn dürften den Vorjahreswert wie geplant leicht übertreffen, teilte der Essener Baudienstleister am Dienstag mit. Darüber hinaus erwartet Hochtief nach eigenen Angaben einen Auftragseingang und Auftragsbestand über dem Niveau von 2009 und etwa gleich bleibende Umsatzerlöse.
Zuvor hatte Leighton mit einer Gewinnwarnung für Aufsehen gesorgt, derzufolge der Nettogewinn für das Geschäftsjahr 2010/2011 (30. Juni) bei rund 510 Millionen Australischen Dollar (rund 365 Millionen Euro) liegen werde. Für das vergangene Jahr hatte Leighton noch einen Gewinn von 612 Millionen Australischen Dollar vermeldet, der Markt hatte für das laufende Geschäftsjahr laut Händlern einen Nettogewinn von 650 Millionen Australischen Dollar vorhergesagt.
Als Gründe für den Ergebnisrückgang gelten insbesondere Verzögerungen und Mehrkosten beim Bau einer Mautstraße in Brisbane sowie der starke Australische Dollar. Zudem erlitt ein Eisenbahn-Joint-Venture mit der Macmahon Holdings AG, an dem Leighton mit 19 Prozent beteiligt ist, Rückschläge und beeinträchtigte die Gewinnprognose des Unternehmens.
Dennoch sagte der Hochtief-Vorstandsvorsitzende Herbert Lütkestratkötter: "Wir sind stark wie nie zuvor - unsere Unternehmensbereiche wachsen." Dies gelte grundsätzlich auch für die Tochtergesellschaft Leighton, deren operatives Geschäft weiterhin in sehr guter Verfassung sei. Seit dem 30. September habe Leighton Neuaufträge über mehr als drei Milliarden Australische Dollar erhalten.
Zudem habe Hochtief bereits im Jahresabschluss 2009 eine Rückstellung gebildet, um Zusatzkosten beim milliardenschweren Straßenbauprojekt Airport Link in Brisbane auffangen zu können. Darüber hinausgehende Auswirkungen würden durch die gute operative Entwicklung anderer Unternehmensbereiche des Konzerns sowie durch den starken Australischen Doller ausgeglichen.
Das Mittelfristziel von einer Milliarde Euro vor Steuern hat Hochtief nach eigenen Angaben weiterhin "fest im Blick". Zudem könne sich der Verkauf von Minderheitsanteilen an Geschäftsaktivitäten von Leighton in Indien positiv auf das Konzernergebnis auswirken. Im Jahr 2009 hatte Hochtief ein Vorsteuerergebnis von 600,5 Millionen Euro und ein Konzernergebnis von 195,2 Millionen Euro erzielt.
dapd
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