05.01.2011, 09:47 Uhr | DAPD
Köln (dapd-nrw). SPD-Finanzexperte Joachim Poß hat vor dem Hintergrund der anstehenden Übernahme des Essener Baukonzerns Hochtief durch den spanischen Konkurrenten ACS erneut eine Angleichung des deutschen Übernahmerechts an europäische Standards gefordert. "Wenn ein kerngesundes deutsches Unternehmen zum Freiwild eines hoch verschuldeten spanischen Konzerns gemacht wird", habe dies mit fairen Wettbewerbsbedingungen nichts mehr zu tun, sagte SPD-Bundestagsfraktionvize Poß am Mittwoch im Deutschlandfunk. Mit Marktwirtschaft hätte der Vorgang nur dann zu tun, wenn gleiche europäische Rahmenbedingungen vorlägen.
Poß verwies auf eine Initiative der SPD-Bundestagsfraktion im vergangenen Jahr, nach der jenseits der Schwelle einer Beteiligung von 30 Prozent ein weiteres Übernahmeangebot an alle Anteilseigner eines Unternehmens vorgeschrieben werden sollte. Der SPD-Politiker nannte es "unverständlich", dass das Einziehen einer weiteren Schwelle für das Unterbreiten von Pflichtangeboten bei CDU, FDP und Grünen keine Mehrheit gefunden habe. Damit hätte verhindert werden können, dass die "Arbeitnehmer zum Spielball" werden. In dem Fall hätte ACS den Übernahmeprozess gar nicht erst in Gang gesetzt.
ACS hatte am Dienstag mitgeteilt, sich bereits mehr als 30 Prozent der Hochtief-Aktien gesichert zu haben. Damit können die Spanier in Zukunft nach geltendem Recht weitere Hochtief-Aktien zukaufen, ohne den Aktionären des Essener Traditionsunternehmens ein teuereres Pflichtangebot zu machen. Nach früheren Angaben plant ACS seinen Anteil an Hochtief möglichst noch bis zum Jahresende auf über 50 Prozent aufzustocken.
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