14.01.2011, 14:02 Uhr | DAPD
München (dapd-bay). Die Hochwasser-Situation entlang des Mains in Unterfranken ist immer noch angespannt. In Faulbach im Landkreis Miltenberg wurde am Mittwoch die höchste Meldestufe 4 überschritten, wie der Hochwassernachrichtendienst in München mitteilte. Der Hochwasserscheitel wurde dort für den Nachmittag erwartet. Mainaufwärts fielen die Pegel bereits wieder. In Würzburg galt ab Mittag nur noch Meldestufe 3.
An den Main-Zuflüssen kam es am Mittwoch noch verbreitet zur Überschreitung der Meldestufen 1 und 2. Nur an der Itz traten vereinzelt Überschwemmungen der Meldestufe 3 auf. Im Donaugebiet galten an der Wörnitz, der Naab, an der Altmühl sowie an der Donau unterhalb von Straubing noch die Meldestufen 1 und 2. Die Wasserstände gingen an den meisten Pegeln allerdings zurück.
Ein Sprecher des Landkreises Miltenberg bezeichnete die dortige Hochwasserlage am Mittwoch als "stabil". Er rechne nicht mit schweren Überschwemmungen. In Miltenberg und Wörth wurden Schutzwände aufgebaut. In Kleinheubach und Bürgstadt errichteten Rettungskräfte Sandsackdämme und vorsorglich Fußgängerstege. In Wertheim auf der baden-württembergischen Seite des Mains ist dagegen bereits seit Tagen die Altstadt überflutet.
Am Mittwochmorgen hatte die Scheitelwelle den Landkreis Main-Spessart passiert. Mehrere Orte am Main und der Saale seien überflutet worden, darunter Karlstadt und Hafenlohr, sagte ein Sprecher des Landkreises. Mit Sandsäcken hätten die Bewohner und Rettungskräfte in den betroffenen Orten Dämme gebaut und Stege errichtet. Im Lauf des Tages sank der Wasserstand dort wieder.
Bereits in der Nacht zum Mittwoch hatte die Scheitelwelle Würzburg passiert. Der Höchststand lag bei 6,29 Metern und blieb damit 19 Zentimeter unter dem Pegel des Hochwassers im Jahr 2003, wie ein Sprecher der Stadt sagte. Die Innenstadt war durch Spundwände gesichert. Im Stadtteil Heidingsfeld hingegen war die Lage am Mittwoch noch angespannt. Angesichts des nur langsam sinkenden Wasserstandes seien die Sandsackdämme stundenlang einem "enormen Druck" ausgesetzt gewesen. Die Feuerwehr musste vollgelaufene Keller leerpumpen.
In Aschaffenburg stand die Scheitelwelle des Mains am Mittwoch noch aus. Dort wurde aber nicht mit größeren Problemen gerechnet. Da die Stadt etwas höher liege als andere Orte entlang des Mains sei das Hochwasser für sie "relativ harmlos", sagte eine Sprecherin. Mehrere ufernahe Straßen wurden aber gesperrt.
Der Deutsche Wetterdienst sagte unterdessen für die zweite Wochenhälfte in Teilen Bayerns ergiebige Niederschläge und starkes Tauwetter voraus. Der Hochwassernachrichtendienst rechnete wegen steigender Wasserstände in den Zuflüssen zu Main, dem oberen Main und den nördlichen Donauzuflüssen mit neuen Überschwemmungen ab Donnerstag.
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