13.09.2011, 12:46 Uhr | dapd
Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstag die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) eröffnet, ist Frankfurt am Main wieder zehn Tage lang Autostadt. Und sie wird es im Rhythmus von zwei Jahren auch bis mindestens 2019 bleiben, wie die Beteiligten im März vereinbart haben. Für die Stadt bedeutet die Automobilmesse nicht nur einen Image- und Prestigegewinn.
Der erwartete Zustrom von mehr als 845.000 Besuchern ist gerade für die Hotels auch eine enorm wichtige Einnahmequelle. Überraschend waren zwei Tage vor Messebeginn in der Stadt aber noch nicht alle Zimmer ausgebucht.
Für die Wirtschaft habe die Ausstellung zum einen "allergrößte Bedeutung, weil die Marke Frankfurt in alle Welt getragen" werde, sagt der städtische Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU). "Man redet über die IAA und die Neuheiten, die in Frankfurt präsentiert werden." Zudem werde die Wirtschaft direkt belebt, ist sich der Stadtrat sicher. Neben den Hotels profitierten vor allem Gaststätten und der Einzelhandel von den Besuchern. "Wir sind froh und stolz, dass diese wichtige Leitmesse hier stattfindet", betont Frank.
Seit 1951 ist Frankfurt Heimat der zuvor in Berlin ausgerichteten Automesse. Ende der 1980er Jahre wurde das Frankfurter Messegelände allerdings zu klein für die komplette IAA, weshalb die Ausstellung für Nutzfahrzeuge nach Hannover abwanderte. Mit rund einer Million die bislang meisten Besucher kamen zur IAA 2003 auf das Frankfurter Messegelände.
Ob der Wert dieses Jahr geknackt wird, ist noch offen. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) erwartet jedenfalls einen größeren Besucherandrang als beim letzten Mal. Vor zwei Jahren kamen 845.000 Menschen zur IAA in die Messehallen. "Wir sind zuversichtlich, dass wir die Zahl von 2009 überschreiten werden", sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann vor der Eröffnung.
Auch die Zahl der Aussteller ist den Angaben zufolge in diesem Jahr wieder höher als im Krisenjahr 2009. Gut 1.000 Aussteller aus mehr als 30 Ländern präsentieren sich vom 15. bis 25. September unter dem Motto "Zukunft serienmäßig". Vor zwei Jahren waren es etwa 230 weniger.
Trotz der wachsenden Zahlen sind die Hoteliers der Stadt alles andere als euphorisch. "Frankfurt ist nicht ausgebucht", betont Eduard M. Singer, Vorsitzender des Frankfurter Kreisverbands des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga). "Es ist das erste Mal, dass die IAA zu den Pressetagen nicht voll ist." Mehr als 100 Hotels hätten noch freie Zimmer - auch zu bezahlbaren Preisen ab 75 Euro.
Nach den vorgeschalteten Tagen für die Journalisten am 13. und 14. September sowie für die Fachbesucher am 15. und 16. September sei sogar noch mehr und günstiger frei. Dann ziehe die IAA als reine Besuchermesse viele Tagestouristen an, die aber nicht übernachteten, sagt Singer.
Er spricht von ganz normalen Businesstagen und sieht bei 240 Hotels in Frankfurt einen sehr großen Verdrängungswettbewerb. Die Stadt müsse den Hotelboom eindämmen, fordert Singer. Stadtrat Frank sieht in den Anfragen neuer Investoren für den Bau von Hotels hingegen eher einen Hinweis darauf, dass weiter Geld in der Branche zu verdienen sei.
Tatsächlich werden viele Hotels zur IAA wohl ihr Geschäft machen. Nach Angaben des Buchungsportals HRS kostet ein Zimmer in Frankfurt während der Messe durchschnittlich 126,59 Euro. Das seien 36 Prozent mehr als der durchschnittliche Zimmerpreis der vergangenen zwölf Monate - und knapp 18 Prozent mehr als zur IAA 2009.
Manch einer wittert denn auch privat ein kleines Geschäft mit der IAA. Im Internet werden Zimmer und Appartements zur Untermiete angeboten. Dort findet sich etwa ein 18 Quadratmeter großes Zimmer in einer Wohngemeinschaft für 40 Euro am Tag - die Mitbewohner sind laut Annonce berufstätig und selten vor Ort.
Wirklich stilecht lässt es sich zur Automobil-Ausstellung eigentlich ohnehin nur im eigenen Fahrzeug übernachten: Seit 2008 bietet die Messe Frankfurt neben dem Parkhaus 52 Stellplätze für Wohnmobile und Wohnwagen an.
dapd
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