Startseite Jetzt online bestellen und 10% Rabatt sichern

Sie sind hier: Home > Regionales > Schleswig-Holstein >

Im Dioxin-Skandal wird Ruf nach Schadenersatz laut

...
Drucken Drucken

Im Dioxin-Skandal wird Ruf nach Schadenersatz laut

07.01.2011, 08:57 Uhr | DAPD

Berlin (dapd). Das in Deutschland ins Viehfutter gemischte Industriefett hat einen bis zu 13fach überhöhten Dioxin-Gehalt. Fast jede zweite Rückstellprobe des Futterfett-Herstellers Harles und Jentzsch weise einen zu hohen Gehalt des Umweltgifts auf, teilte das schleswig-holsteinische Agrarministerium am Donnerstag in Kiel mit. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hält die Verursacher des bundesweiten Dioxin-Skandals für schadenersatzpflichtig. Auch der Deutsche Bauernverband forderte: "Die Verursacher haben ohne Wenn und Aber für den entstandenen Schaden einzutreten."

Laut Kieler Agrarministerium schwanken die Dioxin-Gehalte von 20 bislang untersuchten Proben des Herstellers in Uetersen zwischen 0,44 und 10,05 Nanogramm. In neun Fällen war der zulässige Grenzwert von 0,75 Nanogramm überschritten. Die restlichen Ergebnisse der am Sonntag sichergestellten insgesamt 112 Rückstellproben werden in den kommenden Tagen erwartet.

Bundesagrarministerin Aigner sagte der Nachrichtenagentur dapd: "Wer die Existenz Hunderter Betriebe aufs Spiel setzt und die Gesundheit von Verbrauchern gefährdet, muss zur Rechenschaft gezogen werden. Die Verursacher müssen in Haftung genommen werden und für die entstandenen Schäden gerade stehen."

Über die Firma in Uetersen waren Mischfutterwerke in fünf Bundesländern mit bis zu 3.000 Tonnen Futterfett beliefert worden, das mit dem Umweltgift belastet war. Dioxin steht im Verdacht, Krebs auszulösen oder zu fördern. Die Werke lieferten dann in Betriebe in acht Bundesländern bis zu 150.000 Tonnen kontaminiertes Fertigfutter.

Aigner sagte, die Leidtragenden seien vor allem Landwirte, die sich nichts hätten zuschulden kommen lassen. Einige sähen sich nun in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht. Für die Menschen in den betroffenen Betrieben sei das eine bittere Situation. "Offenbar waren es einige wenige schwarze Schafe, die hier enormen wirtschaftlichen Schaden angerichtet haben", meinte die Ministerin.

Jetzt sei es an der Justiz zu ermitteln, wie es zu der Dioxin-Belastung kommen konnte und wer die Schuldigen sind. "Ich begrüße es, dass die eingeschalteten Staatsanwaltschaften die Hintergründe dieses Falls aufklären", erklärte die CSU-Politikerin.

Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) hat die Verursacher des Dioxin-Skandals in Deutschland als "hochgradig kriminell" bezeichnet. "Eine solche kriminelle Energie wird immer eine besondere Herausforderung für jedes noch so lückenlose Kontrollsystem sein. Hundertprozentig kann man sich nicht dagegen schützen", sagte der Regierungschef der dapd in Hannover.

McAllister forderte über die Ermittlung der Schuldigen hinaus, dass Bund und Länder sehr schnell zusammenkommen und über mögliche gesetzgeberische Konsequenzen reden. Niedersachsen plädiere etwa dafür, technische Fette künftig einzufärben. "Wenn dies passiert, kann keine Vermischung mehr stattfinden", sagte der CDU-Politiker.

Der Deutsche Bauernverband wies darauf hin, wie wichtig eine kettenübergreifenden Qualitätssicherung von der Futtermittelherstellung bis in die Ladentheke ist. Weil die Rückverfolgbarkeit und der Informationsfluss innerhalb dieses QS-Systems gegriffen habe, seien die Abnehmer unmittelbar informiert und fragliche Rohwaren und Mischfuttermittel sofort vom Markt genommen worden. Dennoch müsse verhindert werden, dass landwirtschaftliche Betriebe durch Vermarktungsverbote in Existenznot gerieten. Der Hessische Bauernverband mahnte, die Bauern dürften nicht wegen krimineller Machenschaften ihrer Lieferanten "in eine Opferrolle gedrängt werden, die letztendlich dazu führt, dass der entstandene Schaden durch die Landwirte getragen werden muss".

Noch immer ist im Skandal um dioxinverseuchte Futtermittel kein Ende in Sicht. Inzwischen sind zwei weitere Bundesländer betroffen. In Hessen wurde ein Mastbetrieb untersucht, der 320 belastete Ferkel aus Thüringen bekommen hatte. In Baden-Württemberg gab es den ersten Verdacht auf verunreinigte Lebensmittel.

In Schleswig-Holstein stieg dies Zahl der mit dioxinverseuchtem Tierfutter belieferten Betriebe auf 52, in Sachsen-Anhalt auf 27. In Nordrhein-Westfalen dürfen rund 140 Höfe kein Fleisch und keine Eier mehr verkaufen. Niedersachsen hatte nach Bekanntwerden des Skandals bereits rund 1.000 Betriebe gesperrt.


DAPD  

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Im Dioxin-Skandal wird Ruf nach Schadenersatz laut" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Im Dioxin-Skandal wird Ruf nach Schadenersatz laut" gefallen hat.

 

Shopping

Einkaufswelt
Prämierte Riserva
Spitzenweine bei Hawesko

Acht Flaschen 2007er San Martino plus Dekanter jetzt für nur 49,- € statt 78,10 €. von Hawesko

Einkaufswelt
Tablet zum Sensationspreis
Knüller knallhart bei euronics.de

24,6 cm Tablet-PC mit Android 4.0, 1 GHz Prozessor inkl. Ledertasche für nur 229,- €. bei euronics


Downloads & Shops

Minus 29%: CutOut PRO
CutOut PRO (Quelle: Softwareload)

Der Meister für feinste Freistellungen und präzise Montagen. mehr

Historische Traktoren
Agrar Simulator: Historische Landmaschinen (Quelle: Koch Media)

Landmaschinen der 50er bis 70er Jahre fahren. Spiel jetzt kaufen

Badeurlaub in Kroatien ab 572,- €/P.
Last Minute bei t-online.de Reisen (Quelle: t-online.de)

1 Woche im 4-Sterne- Hotel mit AI und Flug.


Aus anderen Bereichen

Es gibt offenbar einen Käufer für Schlecker
Offenbar Investor an Schlecker interessiert (Quelle: dapd)

Der mögliche Retter ist kein Unbekannter. mehr

Jetzt spricht der Düs- seldorfer Rasenräuber
Der Elfmeterdieb von Düsseldorf klaut noch vor Abpfiff des Spiels ein Stück Rasen. (Quelle: imago)

Er hatte den Elferpunkt ausgegraben. mehr


Anzeigen

Anzeige
Ganz nah dran:
Schleswig-Holstein

Alle Infos und Nach- richten aus Schleswig- Holstein. mehr

Nachrichten aus Ihrer Stadt
Berlin
Als Standard festlegen
Anzeige
Einkaufswelt
Ein Muss für Vielsurfer
Ein Muss für Vielsurfer - nie wieder offline - endlos surfen und simsen von congstar.de

Nie wieder offline - endlos surfen & simsen. Nummer mitnehmen und 25,- € sichern. von congstar.de

ANZEIGE
Anzeige

Zur breiten Ansicht
© Deutsche Telekom AG 2012