09.02.2012, 13:48 Uhr | dapd
Der Kreistag Bitburg-Prüm entscheidet am Montag (13. Februar) über den Verkauf des Bitburger Flugplatzes an den Projektentwickler Frank Lamparski. Allerdings dürfte nicht vor Ostern feststehen, ob der Luxemburger tatsächlich zum Zuge kommt. Lamparski will die ehemalige US-Airbase in der Eifel zu einem Verkehrsflughafen ausbauen. Trotz der nahegelegenen Flughäfen Hahn im Hunsrück und Luxemburg sieht er dafür Bedarf, und auch im Kreistag finden die Pläne Unterstützung.
Doch mehren sich die Zweifel, ob Lamparski das benötigte Geld zusammenbekommt. Bis zu 350 Millionen Euro will er investieren, das Startkapital soll 30 Millionen betragen. Das Geld wird Lamparski zufolge von asiatischen Investoren fließen. Das bestätigte am Donnerstag der CDU-Landtagsabgeordnete und Aufsichtsratschef der Flugplatz Bitburg GmbH, Michael Billen.
Für Billen ist die Frage nach den Geldgebern aber zweitrangig. "Für uns zählt nur noch, dass bis zum 10. April die 30 Millionen Euro auf einem zweckgebundenen Konto eingehen", sagte er der Nachrichtenagentur dapd. "Wenn das Geld dann nicht da ist, ist Schluss", kündigte Billen an. Auch der Bitburger Landrat Joachim Streit (FWG) betonte mit Blick auf den Projektentwickler: "Er hat es in der Hand."
Angeblich sind die 30 Millionen Euro bereits auf einem Konto in einem EU-Land eingegangen, durchlaufen derzeit aber noch die Geldwäscheüberprüfungen. "Ich bin froh, dass die Banken das prüfen müssen, und nicht wir", sagte Billen. Parallelen zum Projekt Nürburgring sieht er nicht. Während das Land in die Rennstrecke viel Geld investiert und gehofft habe, dass dieses über private Investoren zurückfließe, sei die Situation in Bitburg eine andere.
"Uns kann nichts passieren", sagte Billen. Es gehe nur darum, ob ein privater Projektentwickler sein Vorhaben realisieren könne. Doch zum Nulltarif wurde der Flugplatz auch in der Vergangenheit nicht betrieben, weshalb die Anteilseigener seit Jahren Verluste mittragen müssen.
Sollte Lamparski die 30 Millionen Euro rechtzeitig überweisen, muss er auch investieren. Bis Ende 2014 sollen fünf Millionen Euro in die Infrastruktur des Flugplatzes fließen. Falls nicht, wird Lamparski laut Billen zwei Millionen Euro an den Kreis Bitburg-Prüm zahlen müssen. Um auf Nummer sicher zu gehen, werde eine entsprechende Bürgschaft hinterlegt.
Der Luxemburger hält mit 40 Prozent bereits den größten Anteil an der Flugplatz-Gesellschaft. Nun will er weitere 34 Prozent übernehmen, die bislang beim Landkreis liegen. Gemessen an den geplanten Investitionen sieht der Kaufpreis für den Kreisanteil bescheiden aus: Er liege bei 50.000 Euro, sagte Billen.
dapd
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