12.05.2011, 11:15 Uhr | dapd
Mainz (dapd-rps). Jeder dritte Rheinland-Pfälzer wird ab 10. Mai für die bundesweite Volkszählung befragt. Zugleich müssten rund 1,1 Millionen Eigentümer von Gebäuden und Wohnungen Angaben zu ihren Immobilien liefern. Mit der Befragung sollen für Kommunen, Land, Bund und EU dringend benötigte Daten zur Bevölkerungsentwicklung und zum Wohnungsbestand gewonnen werden, wie Innenminister Karl Peter Bruch (SPD) am Dienstag in Mainz sagte. Die letzte Volkszählung in Rheinland-Pfalz gab es 1987.
Erstmals werde für die Erhebung auf bestehende Datenbanken wie die Statistiken von Einwohnermeldeämtern und der Bundesagentur für Arbeit zurückgegriffen, erklärte der Präsident des Statistischen Landesamtes, Jörg Berres. "Damit werden die Bürger deutlich weniger belastet als bei bisherigen Volkszählungen." Zudem würden Kosten gespart. Bundesweit seien sie mit 754 Millionen Euro veranschlagt, in Rheinland-Pfalz mit rund 43 Millionen.
Mit den von den Behörden übermittelten 4,2 Millionen Datensätzen können laut Berres Namen, Anschriften, Geschlechter, Berufe und Arbeitsorte gewonnen werden. Um diese Daten abzugleichen, sollen parallel zur Auswertung 13 Prozent der Bevölkerung stichprobenartig befragt werden. Die Haushalte sollen vorher schriftlich darüber informiert werden.
5.600 ehrenamtliche Helfer, die im Schnitt 100 Personen befragen, sollen vor allem Angaben über Bildungsabschlüsse, Erwerbstätigkeit und Migrationshintergrund sammeln. "Es gibt eine Auskunftspflicht", betonte Berres. Bei Weigerung drohten Geldstrafen bis zu 5.000 Euro.
Zugleich sollen Daten über 80.000 Personen in sogenannten Gemeinschaftsunterkünften erhoben werden. Dabei handele es sich zum einen um 1.000 Einrichtungen wie Studentenwohnheime und Altersheime. Zum anderen würden aber auch Daten von Insassen in Gefängnissen und Patienten in psychiatrischen Anstalten erfasst.
Nach Ansicht von Innenminister Bruch werden die aktuellen Bevölkerungszahlen in Rheinland-Pfalz keine Überraschungen bringen. Für die bundesweite Statistik schätzen die Experten dagegen, dass in Deutschland 1,3 Millionen Menschen weniger leben als bisher offiziell angeben. "Wir verfügen als einziges Bundesland über vernetzte Einwohnermelderegister und deshalb über verlässliche Bevölkerungszahlen", betonte Bruch. Polizei und Bevölkerung sollen in den nächsten Tagen abermals für die Volkszählung sensibilisiert werden: Damit Betrüger, die sich als vermeintliche Volkszähler ausgeben, keine Chance hätten, sagte Bruch.
dapd
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