03.02.2012, 18:44 Uhr | dapd
Der Fall der verstorbenen zweijährigen Zoe aus Berlin-Weißensee könnte eine neue Wendung nehmen. Nach Informationen der "Berliner Morgenpost" soll ein Freund der Familie in der Vergangenheit das zuständige Jugendamt mehrfach darauf hingewiesen haben, dass es Misshandlungen und Vernachlässigungen gegeben habe. Die leibliche Mutter des Mädchens und deren Lebensgefährte stehen im Visier der Ermittlungen des Landeskriminalamts.
Jugendsenatorin Sandra Scheeres (SPD) forderte nach dem Tod des Mädchens eine genaue Analyse. Wenn die Familie zehn Stunden pro Woche vom Jugendamt betreut worden sei, müsse aufgeklärt werden, wieso die Gefahr nicht gesehen wurde, sagte sie am Freitag im RBB-Inforadio. Das müsse zwischen Jugendamt, Träger und den Mitarbeitern, die in der Familie waren, geklärt werden. Keiner könne sagen, er hätte von nichts gewusst, sagte die Senatorin.
Kritik von Kinderschutzorganisationen, wonach es keine einheitlichen Standards für die Betreuung von gefährdeten Familien gebe, wies die Senatorin indes zurück. In Berlin sei sehr viel im Bereich des Kinderschutzes getan worden, gerade was die Standards angehe. So gebe es ein Kinderschutzgesetz, in dem das Vorgehen in Verdachtsfällen ganz genau geregelt sei.
Die fast dreijährige Zoe wurde am Dienstag tot aufgefunden. Als Todesursache gilt ein Darmriss mit Entzündung im Bauchraum. Die Familie stand unter intensiver Betreuung des zuständigen Jugendamts.
dapd
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