14.02.2012, 15:21 Uhr | dapd
Mit einem Geständnis hat am Dienstag vor dem Osnabrücker Landgericht ein Prozess gegen einen 17-Jährigen wegen eines tödlichen Messerangriffs begonnen. Der Jugendliche, der sich wegen Totschlags verantworten muss, entschuldigte sich zwar bei der als Nebenkläger auftretenden Familie, zeigte in seiner Aussage jedoch keinerlei Reue.
Neben dem 17-Jährigen sitzen drei weitere Männer im Alter von 18 und 19 Jahren wegen gefährlicher Körperverletzung und räuberischer Erpressung auf der Anklagebank. Bereits in der Nacht vor der Tat im September 2010 sollen die Angeklagten vier Männer überfallen und ausgeraubt haben. Der 17-Jährige gab vor Gericht auch den Überfall zu.
Im Fall des getöteten 22 Jahre alten Mannes sollen die Angeklagten das Opfer zunächst grundlos geschlagen und getreten haben. Der 17-Jährige soll dann unvermittelt ein Messer gezogen und zweimal zugestochen haben. Der junge Mann starb wenige Stunden später in einem Krankenhaus.
Der 17-Jährige gab vor Gericht an, in der Tatnacht mit zwei der Mitangeklagten nachts unterwegs gewesen und auf das spätere Opfer getroffen zu sein, das von vier Frauen begleitet wurde. Einer seiner Freunde sei von dem angetrunkenen Mann angerempelt worden, woraufhin sich ein Wortwechsel entwickelt habe, der immer aggressiver geworden und schließlich in eine Schlägerei gemündet sei. Zu dritt hätten sie auf den 22-Jährigen eingeschlagen und eingetreten, sagten der 17-Jährige und zwei mitangeklagte Brüder im Alter von 18 und 19 Jahren übereinstimmend aus.
Weil der 22-Jährige "einfach nicht zu Boden gegangen" sei, habe er sein Messer gezogen, sagte der 17-jährige Angeklagte. "Ich wollte ihm ins Bein stechen und ihn wegbekommen." Durch die Messerstiche war die Beckenschlagader durchtrennt worden.
An dem Überfall auf eine Gruppe von Jugendlichen am Vortag soll auch der vierte Angeklagte beteiligt gewesen sein. Über eine mutmaßliche Tatbeteiligung von zwei weiteren Komplizen schwiegen sich die Angeklagten aus. Bei dem Überfall erbeuteten die Täter Handys und Bargeld.
Der 17-jährige Angeklagte schob in seiner Aussage dem älteren der beiden Brüder die Führungsrolle bei den Taten zu. Der widersprach allerdings. Alle Beteiligten hätten gewusst, dass der 17-Jährige die Gruppe überfallen wollte. Sie hätten ihn noch davon abbringen wollen.
Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.
dapd
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