30.11.2010, 11:55 Uhr | DAPD
Hamburg (dapd-nrd). Die frühere EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann hat während ihrer Amtszeit einen enormen Druck verspürt. "Es gab Momente, in denen ich mich fragte, wie lange ich das machen, den Stress aushalten kann", sagte Käßmann dem Frauenmagazin "Brigitte" laut Vorabbericht.
Käßmann war im Herbst 2009 als erste Frau zur Vorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland gewählt worden, im Februar trat sie nach einer Autofahrt unter Alkohol zurück. Bereits Anfang 2010, als sie wegen des Satzes "Nichts ist gut in Afghanistan" aus ihrer Neujahrspredigt scharf kritisiert worden war, habe sie sich unter Druck gesetzt gefühlt. "Es hat mich sehr verletzt, dass ich so angegriffen wurde", sagte sie rückblickend.
Käßmann bezeichnete sich selbst als jemanden, "der aufpasst, dass nichts schief geht. Im Nachhinein glaube ich, mir ist das am 20. Februar nur passiert, weil ich so angespannt war", sagte sie dem Magazin mit Blick auf die Alkoholfahrt. Was den damals einsetzenden Rummel um ihre Person angeht, sagte die frühere Bischöfin: "Im Nachhinein, denke ich, ich hätte viel cooler sein sollen." Sie fügte hinzu: "Heute würde ich sagen: Was auf den ersten Blick wie eine Katastrophe aussieht, muss auf den zweiten keine sein."
Derzeit genießt Käßmann ihre Freiheit im amerikanischen Atlanta, wo sie Gastprofessorin ist. Zu Weihnachten will Käßmann zurück in Deutschland sein und gemeinsam mit ihren vier Töchtern feiern.
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