04.02.2011, 16:03 Uhr | dapd
Potsdam (dapd-lbg). Nach dem Verbot der Burka im öffentlichen Dienst Hessens gibt es in Brandenburg keine derartigen Pläne. Innenminister Dietmar Woidke (SPD) sieht nach Auskunft eines Sprechers "keinen Regelungsbedarf". Es gebe im ganzen Land keine einzige Mitarbeiterin in Ämtern und Behörden, die den Ganzkörperschleier trage. Auch ein Kopftuchverbot gebe es in Brandenburg nicht, sagte der Sprecher in Potsdam. Derzeit denke in der Landesregierung auch darüber niemand nach.
Schätzungen zufolge leben etwa 4.500 Muslimen in Brandenburg, sagte die Integrationsbeauftragte des Landes, Karin Weiss. "Mir ist keine einzige Burka-Trägerin in Brandenburg bekannt." Die hiesigen Muslime seien in der Mehrheit nicht streng gläubig. Viele von ihnen seien Studenten oder ehemalige Studenten aus muslimischen Ländern, manche von ihnen lebten schon zu DDR-Zeiten in der Mark. Auch die hier lebenden Flüchtlinge aus muslimischen Ländern seien zumeist "religiös ungebunden".
Das am Dienstag erlassene Burka-Verbot für Mitarbeiter von Behörden in Hessen hatte eine bundesweite Debatte ausgelöst. Auch der SPD-Innenexperte im Bundestag, Sebastian Edathy, hatte sich dafür ausgesprochen.
dapd
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