11.02.2012, 12:16 Uhr | dapd
Nachdem sich in Sachsen-Anhalt die Zahl der Erkrankungen mit Keuchhusten wieder häufen, raten Experten zu einem ausreichenden Impfschutz. Dafür seien im Leben mehrere Auffrischungsimpfungen notwendig, sagte Hanna Oppermann vom Landesamt für Verbraucherschutz in Magdeburg in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dapd.
Die Erreger der bakteriellen Infektionserkrankung der Atemwege gelten nicht als "ausrottbar". Selbst wer einmal die Krankheit durchgemacht habe, sei nicht vor einer erneuten Ansteckung geschützt. Auch eine Immunisierung im Säuglingsalter gegen Pertussis, wie die Krankheit auch genannt wird, sei nicht ausreichend.
"Der Impfschutz hält etwa fünf Jahre an", sagte die Leiterin des Fachbereichs Hygiene im Landesamt. Deshalb sei eine ständige Wiederholung der Impfung notwendig. Die erste Auffrischungsimpfung werde für Vorschulkinder empfohlen.
Die Medizinerin beklagte, dass nur zwei Drittel der Fünf- bis Sechsjährigen im Land diesen notwendigen Schutz rechtzeitig bekämen. "Sind Kinder nicht dem Alter entsprechend vollständig geimpft, sind sie einem sehr hohen Risiko ausgesetzt, an Keuchhusten zu erkranken", warnte Oppermann.
Gefahr des tödlichen Atemstillstands bei Säuglingen
Besonders gefährdet sind laut Oppermann Neugeborene und Säuglinge. Bei ihnen könne es zu tödlich verlaufenden Atemstillständen kommen. Den "Nestschutz" gebe es bei Keuchhusten nicht. "Deshalb sind gerade die ganz Kleinen auf die Durchimpfung ihrer Umgebung angewiesen", betonte die Expertin.
"Eine Vielzahl Erwachsener hat die Erreger im Nasen-Rachen-Raum und überträgt bei Kontakt die Krankheit an Kinder, ohne selbst zu erkranken". Deshalb rief Oppermann besonders Erwachsene auf, sich impfen zu lassen, die im engen Kontakt mit Babys stünden, wie junge Eltern oder auch Großeltern.
Auch andere Länder von Anstieg betroffen
Die Erkrankung könne in jedem Alter zu schweren Komplikationen wie Lungen- oder Mittelohrentzündung führen. Zudem sei Pertussis eine Erkrankung, die über Monate hinweg andauern könne, gab die Ärztin zu bedenken. Charakteristisch für Keuchhusten sind lang anhaltende und krampfartige Hustenanfälle, besonders nachts.
Auch in den anderen neuen Bundesländern sei Keuchhusten wieder auf dem Vormarsch, teils sogar stärker als in Sachsen-Anhalt, sagte die Expertin. Über die Situation in den alten Bundesländern könne sie keine Angaben machen, da dort keine Meldepflicht über diese Infektionserkrankung herrsche.
dapd
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