12.05.2011, 08:55 Uhr | dapd
Suhl (dapd-lth). Die Kommunen haben für eine verstärkte Nutzung der Wälder zur Energiegewinnung geworben. Wer die Abschaltung von Atomkraftwerken fordert, dürfe den Wald als wichtige Energiequelle nicht ausschalten, sagte der Vorsitzende des Gemeinsamen Forstausschusses der Bundesvereinigung kommunaler Spitzenverbände, Winfried Manns, am Mittwoch in Suhl. In der Kritik stehen vor allem die bisherige Strategie der Bundesregierung, Waldgebiete großflächig aus der forstlichen Nutzung zu nehmen, sowie Forderungen von Naturschutzverbänden nach künftig zehn Prozent Wildnisgebieten.
Großflächige "Märchenwälder" und mithin energiepolitische Nullflächen seien in der Diskussion über heimische Energieressourcen das völlig falsche Signal, kritisierte Manns. Das Prinzip "Schutz des Waldes durch Nutzung" habe sich überaus bewährt. Deutschlands Wälder zählten heute zu den gesündesten und artenreichsten in Europa und seien mit 330 Kubikmetern Holz je Hektar die vorratsreichsten. Bei der anstehenden Energiewende brauche Deutschland den nachwachsenden Rohstoff Holz mehr denn je.
Weiter verwies Manns darauf, dass in der Forst- und Holzwirtschaft bundesweit 1,3 Millionen Menschen in 185.000 Betrieben beschäftigt seien. Diese erlösten jährlich 181 Milliarden Euro.
Der Gemeinsame Forstausschuss ist die Interessenvertretung der rund 12.500 Wald besitzenden Kommunen Deutschlands. 20 Prozent der Waldfläche sind im kommunalen Eigentum. In Suhl hatten sich rund 45 Bürgermeister aus ganz Deutschland zur Bundestagung getroffen.
Knapp 15 Prozent der 518.000 Hektar umfassenden Waldfläche Thüringens sind Eigentum von Städten und Gemeinden, zu zwei Dritteln ist es Nadelwald.
dapd
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