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Korruptionsverdacht bei Volkswagen und Telekom

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Korruptionsverdacht bei Volkswagen und Telekom

15.02.2011, 12:54 Uhr | dapd

Wolfsburg/Bonn (dapd-nrd-nrw). Ein neuer Korruptionsskandal belastet Volkswagen und die Telekom. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt wegen des Verdachtes der Bestechlichkeit und Bestechung gegen zwei VW-Mitarbeiter, zwei ehemalige Beschäftigte der Telekom-Tochter T-Systems und einen Berater. Sie sollten für Großaufträge von VW die Verlängerung eines Sponsorenvertrages der Telekom mit dem VfL Wolfsburg verabredet haben, sagte eine Sprecherin der Ermittlungsbehörde am Montag und bestätigte einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung".

Die Staatsanwaltschaft hat nach eigenen Angaben im Zusammenhang mit den Ermittlungen am vergangenem Mittwoch acht Büros in den Regionen Stuttgart, Braunschweig, Frankfurt und Berlin durchsuchen lassen. Der Sponsorenvertrag mit dem Fußballbundesligisten VfL Wolfsburg, dessen Verlängerungen die T-System-Mitarbeiter und der Berater offenbar angeboten hätten, habe ein Volumen von mehreren Millionen Euro, sagte Staatsanwältin Claudia Krauth.

Die beiden VW-Mitarbeiter stünden im Verdacht, als Gegenleistung für die Erneuerung des Sponsorenvertrages Aufträge von VW an T-Systems im Volumen von hundert Millionen Euro zugesichert zu haben, sagte die Staatsanwältin weiter. Zudem hätten beide Seiten offenbar eine für T-Systems günstige Veränderung eines bereits mit VW bestehenden Vertrages vereinbart. Der externe Berater sei den Ermittlungen zufolge gegenüber den VW-Mitarbeitern im Namen von T-Systems aufgetreten.

Zu einer tatsächlichen Verlängerung des Sponsorenvertrages, der im vergangenem Sommer auslief, kam es nach Angaben der Staatsanwältin allerdings nicht. Als Bestechung im geschäftlichen Verkehr werde aber bereits das Anbieten oder Versprechen eines Vorteils bestraft, betonte Krauth. Beide Seiten hätten zudem noch versucht, als Ausgleich für den nicht verlängerten Sponsorenvertrag einen Ankauf von größeren Ticket-Kontingenten des VfL Wolfsburg durch T-Systems zu organisieren.

Die beiden Unternehmen reagierten unterschiedlich auf die Ermittlungen des Staatsanwaltschaft. Ein VW-Sprecher betonte, den bisherigen Erkenntnissen zufolge hätten sich "weder einzelne Mitarbeiter noch das Unternehmen bereichert". Demgegenüber bestätigte Telekom-Sprecher Mark Nierwetberg die Vorgänge.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft und der Telekom übergab das Unternehmen der Behörde Unterlagen über den Vorgang und brachte so die Ermittlungen ins Rollen. Zuvor habe es im vergangenen Herbst personelle Veränderungen bei der Telekom-IT-SparteT-Systems gegeben habe, sagte Unternehmenssprecher Nierwetberg.

T-Systems hatte sich im vergangenem November von seinem Vertriebschef Joachim Langmack getrennt. Damals erklärte das Unternehmen, in Langmacks Geschäftsbereich "soll es im Zusammenhang mit einem geplanten Sponsoringengagement zu Verstößen gegen Compliance-Regeln der Telekom gekommen" sein.

Die beiden beschuldigten VW-Mitarbeiter sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft dagegen weiter für den Autokonzern tätig. "Es gibt auch überhaupt keine Anhaltspunkte für ein Fehlverhalten beim VfL Wolfsburg", sagte ein VW-Sprecher. "Es handelt sich vielmehr um einen komplizierten Fall der Auslegung von Verträgen", fügte er hinzu. Volkswagen ist der Hauptsponsor des VfL Wolfsburg.


dapd  

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