28.03.2011, 14:44 Uhr | dapd
Berlin/Karlsruhe (dapd-bwb). Der designierte Ministerpräsident in Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann (Grüne), will eigene Kandidaten für den neuen Aufsichtsrat des Energieversorgers EnBW vorschlagen. "Es muss gewahrt bleiben, dass die neue Regierung die Aufsichtsräte benennen kann", sagte Kretschmann am Montag in Berlin. "Das ist das Erste, was wir überhaupt machen müssen."
Es müsse verhindert werden, dass der bisherige Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) "die Aufsichtsräte, die er sich schon ausgesucht hat, bestellt". Die Hauptversammlung von EnBW finde schließlich noch vor der Regierungsumbildung statt.
Bedeckt hielt sich Kretschmann mit Blick auf die weitere Zukunft von EnBW und den von der Vorgängerregierung eingefädelten Rückkauf von Aktien. Hier müsse man eine schwere Hinterlassenschaft von Mappus' Regierung schultern, weil Aktien schon vor der Atomkatastrophe in Japan zu weit überhöhten Preisen gekauft worden seien. Er könne noch nicht sagen, "was wir jetzt damit machen sollen", sagte der Grünen-Politiker. Dazu brauche die neue Regierung zunächst eine Innenansicht des Unternehmens. Von außen lasse sich wenig sagen.
Anfang Dezember hatte Mappus angekündigt, das Land werde rund 45 Prozent der Anteile am Energieversorger EnBW vom französischen Stromkonzern EdF übernehmen. Der Rückkauf der Aktien war auf Kritik bei der damaligen Opposition gestoßen. Der Landtag war in die Kaufentscheidung nicht einbezogen worden, sondern hatte erst nach der Abwicklung des Geschäftes darüber abgestimmt. Die SPD und die Grünen hatten daraufhin Klage gegen das Vorgehen der vorherigen Regierung eingereicht.
dapd
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