09.02.2012, 14:19 Uhr | dapd
Der Gedenkstätte Sachsenhausen steht in diesem Jahr eine große Veränderung bevor: Am 20. April sollen die neu gestalteten Freiflächen des ehemaligen Häftlingslagers übergeben werden, wie die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten am Donnerstag ankündigte. Durch die Markierung von mehr als 60 ehemaligen Häftlingsbaracken "bekommt die Gedenkstätte ein völlig neues Gesicht", sagte Stiftungsdirektor Günter Morsch.
Fast drei Millionen Euro wurden investiert, um mit der ehemaligen Lagerstruktur die "Geometrie des totalen Terrors" nachzuzeichnen, erklärte Morsch. Die Markierung der Freiflächen und Häftlingsbaracken mit Stahlrahmen bildet den letzten Baustein eines 1998 entwickelten Konzeptes zur Neugestaltung der Gedenkstätte Sachsenhausen.
Als weiteres Vorhaben für 2012 nannte der Stiftungsdirektor die Einbeziehung des bislang unzugänglichen Speziallagers, das für Kriegsgefangene der Westalliierten errichtet worden war. Die Stellen im Wald, an denen die Baracken standen, sollen durch Tafeln und Stelen gekennzeichnet und das Gelände durch ein Wegeleitsystem erschlossen werden.
In seiner Bilanz für 2011 verwies Morsch auf einen Besucheranstieg in der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen. 450.000 Gäste wurden an der Erinnerungsstätte gezählt, das waren im Vergleich zum Vorjahr 50.000 mehr. "Der Zuwachs ist vor allem auf mehr ausländische Gäste zurückzuführen", sagte Morsch und begründete dies mit dem verstärkten Einsatz freiberuflicher, mehrsprachiger Gästeführer. Die Stiftung habe im vergangenen Jahr begonnen, mehr externe Gästeführer zu schulen und einzusetzen. Laut Morsch haben inzwischen mehr als 300 externe Guides in einer zweitägigen Schulung ein Qualitätssiegel erworben, das sie als geprüfte Gästeführer ausweist.
In der ebenfalls zur Stiftung gehörenden Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück wird in diesem Jahr nach Worten von Gedenkstättenleiterin Insa Eschebach mit "Hochdruck" an der neuen Dauerausstellung gearbeitet, die im kommenden Jahr eröffnet werden soll. Die Ausstellung soll Forschungsergebnisse der vergangenen 20 Jahre zur Geschichte des Frauen-KZ widerspiegeln. "Durch die Forschung haben wir zur Baugeschichte, zur Infrastruktur des Lagers, zu Häftlingsgruppen und Deportationswegen mehr Informationen als je zuvor", sagte Eschebach. Die Kosten für die Konzeption und Umsetzung der Ausstellung bezifferte sie mit 2,31 Millionen Euro.
dapd
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