14.02.2012, 15:55 Uhr | dapd
Fünf Jahre nach dem Baustopp für die Autobahn 143 westlich von Halle haben Befürworter des Verkehrsprojekts fast 5.000 Unterschriften gesammelt. Halles Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados (SPD) übergab die Unterschriften am Dienstag an Ministerpräsident Reiner Haseloff und Verkehrsminister Thomas Webel (beide CDU).
Nach einer Klage des Naturschutzbundes (NABU) gegen den Bau der Westumfahrung von Halle hatte das Bundesverwaltungsgericht am 17. Januar 2007 weitere Untersuchungen zur Umweltverträglichkeit angeordnet und einen Weiterbau vorerst untersagt.
Die Landesregierung geht davon aus, dass möglicherweise noch in diesem Jahr das Planfeststellungsverfahren für den letzten Abschnitt der A 143 abgeschlossen werden kann. Damit bestünde dann Baurecht, sagte Webel nach einer auswärtigen Kabinettssitzung in Halle. Allerdings hätten Umweltschützer bereits wieder mit Klagen gedroht. Webel sagte an die Adresse des NABU gerichtet: "Sie können die A 143 nicht verhindern, sondern nur verzögern."
Umweltschutzverbände sollten auch an die Bevölkerung in Halle denken, die wegen der fehlenden Trasse zusätzlichem Verkehr und Lärm ausgesetzt sei. "Der Mensch ist auch Teil der Umwelt", sagte der Verkehrsminister. Einwände sollten in den Erörterungsterminen vorgebracht werden. Kopien der Unterschriften der Befürworter will Webel an den NABU weiterleiten. Die Zahl der Unterschriften zeige, dass es "eine schweigende Mehrheit für Infrastruktur gibt".
Haseloff sagte mit Blick auf die Bauverzögerungen, damit stiegen auch die Baupreise weiter. Er mahnte einen "konstruktiven Dialog" an und appellierte an die Umweltverbände, "nicht in Blockade" zu verfallen. Szabados sagte, wegen des zusätzlichen Verkehrs und der damit verbundenen Luftbelastung habe die Stadt die Umweltzone einführen müssen.
Der Bau der knapp 13 Kilometer langen Strecke, die über die Saale führt, wird etwa drei Jahre dauern. Die Komplettierung der Westumfahrung von Halle gehört zu den wichtigsten Vorhaben in der Saalestadt.
Von der insgesamt rund 22 Kilometer langen Trasse sind neun Kilometer zwischen dem Autobahndreieck Halle Süd (A 38) und der Anschlussstelle Halle-Neustadt (B 80) für den Verkehr freigeben. Mit der Fertigstellung der A 143 würde die sogenannte Mitteldeutsche Schleife aus den Autobahnen A 9, A 14, A 38 und A 143, die sich wie eine Acht um Halle und Leipzig legt, geschlossen.
dapd
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