13.02.2012, 15:06 Uhr | dapd
Nach der tödlichen Flucht eines 23-Jährigen ist am Montag der Prozessauftakt gegen einen seiner mutmaßlichen Angreifer vor dem Landgericht Berlin kurzfristig geplatzt. Die Verhandlung gegen den 21-Jährigen wurde dabei auf kommende Woche verschoben. Dann soll doch auch der zweite Angeklagte vorgeladen werden. Ursprünglich war das Verfahren gegen den 22-Jährigen abgetrennt worden.
Den beiden wird vorgeworfen, im September 2011 das Opfer auf dem U-Bahnhof Kaiserdamm erst mit Faustschlägen attackiert zu haben. Danach soll der 21-Jährige dem flüchtenden Opfer gefolgt und es in den Tod gehetzt haben. Der 23-Jährige war in Panik auf die Straße gerannt und dort von einem Fahrzeug erfasst worden.
Erst in der vergangenen Woche hatte die zuständige Kammer das Verfahren gegen den zweiten mutmaßlichen U-Bahn-Schläger überraschend abgetrennt und an das Amtsgericht Tiergarten verwiesen. Die Staatsanwaltschaft hatte dagegen Beschwerde beim Kammergericht eingelegt. Dort wurde nun kurzfristig entschieden, dass sowohl das Verfahren gegen den 21-jährigen, mutmaßlichen Haupttäter als auch gegen dessen ursprünglich bereits mitangeklagten Freund doch beim Landgericht verhandelt werden muss. Um die Ladungsfristen einzuhalten, wurde der Prozess um eine Woche verschoben.
Der 22-Jährige wird wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er an der tödlichen Hetzjagd nicht mehr beteiligt war, sondern im U-Bahnhof blieb. Dem 21-jährigen Beschuldigten wird dagegen Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen.
dapd
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