21.01.2011, 14:58 Uhr | DAPD
Hannover (dapd-nrd). Der niedersächsische Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) verlangt den Ersatz des Lebensmittel-Labels "ohne Gentechnik" durch eine eindeutige und umfassende Gentechnik-Kennzeichnung. Die derzeitige Kennzeichnung sei lückenhaft, sagte der CDU-Politiker am Freitag im Landtag in Hannover.
Wenn etwa gentechnisch veränderte Pflanzen an Nutztiere verfüttert würden, müssten so erzeugte Eier, Milch oder Fleisch nicht den Zusatz "gentechnisch verändert" tragen. Auch Vitamine oder Enzymen, die mithilfe gentechnisch veränderter Organismen hergestellt würden und Lebensmitteln zugesetzt würden, führten nicht zur Kennzeichnung des Endprodukts.
Die derzeitige Regelung führe zu Rechtsunsicherheit und im Einzelfall auch zu Verbrauchertäuschung, bemängelte Lindemann. Man müsse sie durch eine differenziertes und verbraucherfreundliches Kennzeichnungssystem, "eine konsequente und umfassende Gentechnik-Kennzeichnung für Lebens- und Futtermittel", ersetzen. Nur dies ermögliche dem Verbraucher fundierte Entscheidungen. Die Bundesregierung müsse sich auf europäischer und internationaler Ebene für die vollständige Kennzeichnung einsetzen. Akzeptanz der Gentechnik beim Bürger setze Kenntnis über deren Verwendung voraus. Dafür sei eine umfassende Kennzeichnung ein wichtiges Instrument.
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