05.01.2011, 13:08 Uhr | DAPD
Lübeck (dapd-nrd). Das Lübecker Gesundheitsamt warnt nach dem Auftreten von vier Masern-Fällen vor einer Verbreitung der meldepflichtigen Krankheit. Bei den Erkrankten handele es sich um vier Erwachsene, sagte der Leiter des Lübecker Gesundheitsamtes Michael Hamschmidt. Verbrauchern rät er zur Überprüfung des eigenen Masern-Impfschutzes. "Damit eine Impfung ihre Wirkung entfaltet, muss zweimal geimpft werden", sagte Hamschmidt.
Wer die Krankheit bereits durchgemacht hat, ist den Angaben zufolge sein Leben lang immun. Die Behörde rechnet mit weiteren Erkrankungen, da erste Symptome erst acht Tage nach der Infektion auftreten, die Erkrankung jedoch schon fünf Tage vor Ausbruch des Masern-Ausschlags ansteckend ist.
Die Krankheit sei hoch ansteckend, sagte Hamschmidt. Masern seien keine harmlose Kinderkrankheit, sondern könnten zu ernsthaften Komplikationen wie Lungen- und Gehirnentzündungen führen.
Bei einer Masernepidemie in Nordrhein-Westfalen 2006 starben zwei Kinder. In Schleswig-Holstein kam es 2010 zu 24 Masernfällen. Eigentlich wollte die WHO die Masern europaweit bis 2010 ausrotten. Doch die dazu nötigen Durchimpfungsraten von 95 Prozent eines Jahrgangs werden nach Angaben des Leiters des Instituts für Infektionsmedizin in Kiel, Peter Rautenberg, nicht erreicht.
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